17.11.2007 | Pressemeldung

Mitarbeiterinnen in den ambulanten Praxen sind unverzichtbar für die Betreuung der älteren Patienten

„Die älter werdende Bevölkerung ist eine Herausforderung an alle Teams in Arzt-, Zahnarzt- und Tierarztpraxen. Die damit verbundenen Anforderungen können nur über eine interdisziplinäre Zusammenarbeit gemeistert werden. Schließlich machen sie nicht vor den Sektorengrenzen halt. Unser 23. Bundeskongress steht in diesem Jahr unter dem Motto. ‚Demografischer Wandel – Chance für unsere Berufe’ und ist sozusagen bereits gelebte Realität dieser Kooperation.“ Mit diesen Worten zieht Verbandspräsidentin Sabine Rothe ein erstes Resümee der zweitägigen Veranstaltung, die an diesem Wochenende in Weimar stattfindet.

Bereits in der Podiumsdiskussion zu Beginn des Kongresses hatten die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter aus Ärzte- und Zahnärzteschaft betont, dass die Praxismitarbeiterinnen einen wichtigen Part bei der Betreuung der älteren Patientinnen und Patienten spielen. In ihrem Statement verwies Ingrid Pawlick, 1. Vorsitzende des sächsischen Hausärzteverbandes, auf die positiven Erfahrungen innerhalb eines Projektes mit fortgebildeten Medizinischen Fachangestellten, die Hausbesuche übernehmen und damit den Arzt entlasten. „Die Patienten nehmen dieses Projekt sehr gut an, denn sie kennen die Patienten und wissen, dass sie damit stets Kontakt zu ihrer Hausarztpraxis haben.“

„Auch der betreuende Zahnarzt mit seinem Team steht vor der Herausforderung, dass altersbedingte Einflüsse und Multimorbidität mit einer oftmals langwierigen Anamnese einen besonderen Stellenwert bei dieser Patientengruppe einnehmen. Insbesondere bei dieser Patientengruppe ist ein biopsychosoziales Krankheitsverständnis notwendig“, erklärt Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Ein Management von Hausbesuchen durch Zahnmedizinische Fachangestellte analog der Hausarztpraxis hält er bei entsprechender Vergütung für durchaus denkbar.

Bei der Betreuung älterer Patienten spielt Fehlermanagement eine besondere Rolle, so Dr. Barbara Hoffmann vom Institut für Allgemeinmedizin. Die Mitinitiatorin des Fehlerberichtssystems verwies darauf, dass multimorbide Patienten oftmals eine größere Menge an Medikamenten zu sich nehmen und eine gute Betreuung durch die Mitarbeiterin in der Hausarztpraxis besonders wichtig sei. Veränderungen zeigen sich auch in den Tierarztpraxen, denn einerseits ermöglicht der medizinische Fortschritt auch den Vierbeinern ein längeres Leben und zum anderen werden auch die Tierhalter älter.

Aus dieser Situation heraus müssen neue Fortbildungsmöglichkeiten für die Medizinische, Zahnmedizinische und Tiermedizinische Fachangestellte entwickelt und schnellstmöglich umgesetzt werden, so das einhellige Fazit der Diskussionsteilnehmer. Diese reichen von der Kommunikation über die Sturzprophylaxe, Testmöglichkeiten für Demenz bis hin zur Mundhygiene für motorisch eingeschränkte Senioren.

Insgesamt 370 Praxisangestellte und Auszubildende nehmen am diesjährigen Kongress teil. Dem Hauptschwerpunkt des Kongresses folgend beschäftigt sich ein großer Teil der insgesamt 40 Seminare mit den Themen Demenz, Palliativarbeit, Schutzimpfungen im Alter, Betreuung älterer Menschen, Patientenverfügung, Alterszahnheilkunde und moderne Wundversorgung aufgegriffen. Andere Fortbildungsangebote betreffen die Bereiche Kommunikation, Hygiene, Notfallmanagement, Abrechnungswesen, Erkrankungen bei älteren Tieren, Hundepflege und Terminplanung.

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