9.10.2012 | Pressemeldung

Es geht auch um die Leistung der Medizinischen Fachangestellten

Zu den aktuellen Protestaktionen im ambulanten Gesundheitswesen erklärt die Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V., Sabine Ridder:

„Beim Streit um die Honorarverhandlungen wird der Fokus schnell auf die Einkünfte der Ärzte gelenkt. Das ist zu kurz gegriffen. Bei den Verhandlungen geht es auch um die Frage: Was ist die Betreuung und Versorgung der Patienten im ambulanten Versorgungsbereich wert?

Zu einer guten Versorgung gehört nicht nur der Arzt. Medizinischen Fachangestellten kommt in der kontinuierlichen, proaktiven und individualisierten Betreuung eine immer größere Bedeutung zu. Sie erfüllen im Praxisteam in enger Zusammenarbeit mit dem Arzt wesentliche Aufgaben bei der Umsetzung von Therapiezielen, in der Patientenberatung, im Case Management und in der Datenerhebung. Im Praxisalltag, bei der Betreuung und der Interaktion mit den Patienten wird dies gelebt und bewusst ausgebaut.

Dennoch werden diese Berufe häufig als einfache, personenbezogene Dienste angesehen. Es erfolgt eine Reduzierung auf administrative oder assistierende Tätigkeiten.

Erschwerend kommt hinzu, dass unsere Kolleginnen und Kollegen meist in Klein- und Kleinstbetrieben arbeiten. Sie identifizieren sich mit dem Arbeitsplatz, sprechen von ihrer Praxis, ihren Patienten. Diese für Patienten und Praxisinhaber positive Arbeitsmoral führt häufig dazu, dass die Frauen sich selbst und ihre Bedürfnisse zurückstellen. Sie akzeptieren Mini-Job-Verträge und geringe Stundenlöhne, ohne an den eigenen Lebensunterhalt oder die daraus resultierende Rentensituation zu denken.

Wenn Forderungen nach angemessener Vergütung der Leistungen gestellt werden, muss es auch um die Gehälter der Medizinischen Fachangestellten gehen. Wie ein Praxisbetrieb ohne Mitarbeiter/innen aussieht, haben Patienten in einigen Regionen im Zuge der derzeitigen Aktionen bereits zu spüren bekommen: Auf Dauer sind Medizinische Fachangestellte für die Patientenbetreuung in einer Arztpraxis unverzichtbar.

So unverzichtbar ist für die Mitarbeiter/innen auch eine leistungsgerechte Vergütung. Dafür müssen Rahmenbedingungen geändert werden. Ärzte müssen die Mitarbeiter/innen nicht nur von den Honorarerhöhungen partizipieren lassen, sondern unsere Forderungen als Grundlage in die Verhandlungen einbringen. Dazu zählen: Mindest-Einstiegsgehälter von 10,00 Euro pro Stunde, Tarifverträge müssen als Mindeststandards in allen Praxen Anwendung finden.

Ebenso müssen die Krankenkassen begreifen, dass bei der Honorarbildung auch die Leistungen der Medizinischen Fachangestellten entsprechend der an sie gestellten hohen fachlichen Ansprüche berücksichtigt werden müssen.“

Hier kommen Sie direkt zu Ihrem Landesverband

Bundesweite Terminübersicht

29.08.2026 10:00 - 13:00 Uhr
01257 Dresden
Der Umgang mit Tod und Trauer im Praxisalltag - TERMIN IST AUSGEBUCHT!
Termin anzeigen
04.09. - 06.09.2026
44139 Dortmund
Tierärztetag West 2026 - Der Kammerkongress in Dortmund
Termin anzeigen
11.09.2026 19:00 Uhr
46562 Voerde
Stammtisch der Bezirksstelle Kleve/Wesel
Termin anzeigen
12.09.2026 11:00 - 15:00 Uhr
27751 Delmenhorst
Hygiene- & Qualitätsmanagement in der Arztpraxis
Termin anzeigen
23.09.2026 15:00 - 16:30 Uhr
Live-Online Seminar
IQN: Neue Impulse für den Praxisalltag: Fehler passieren – Umgang mit Fehlern und die Bedeutung von CIRS-NRW
Termin anzeigen
23.09.2026 18:30 - 20:30 Uhr
76532 Baden-Baden
Kompressionstherapie nach der S2K-Leitlinie
Termin anzeigen
25.09.2026 18:00 - 20:00 Uhr
74405 Gaildorf
Kleine Pausen – Große Wirkung Somatische Regulation für herausfordernde Arbeitstage
Termin anzeigen
16.10. 12:00 Uhr - 17.10.2026 15:30 Uhr
70629 Stuttgart
infotage FACHDENTAL Stuttgart
Termin anzeigen