29.4.2025 | Fachinformation

Weltweiter Tag der genitalen Selbstbestimmung: Ein Schritt in Richtung Autonomie

Am 07.05. ist der weltweite Tag der genitalen Selbstbestimmung, ein bedeutendes Datum, das auf die Rechte und die Autonomie von Individuen über ihren eigenen Körper aufmerksam macht. Der Tag ist eine Aufforderung, die bestehenden Normen und Praktiken zu hinterfragen, die oft ohne Einwilligung oder in Abwesenheit eines informierten Konsenses durchgeführt werden. Besonders in Bezug auf weibliche Genitalbeschneidung, Zwangsverheiratung und andere Formen der Körperverletzung ist es wichtig, die Stimme der Betroffenen zu stärken und ihnen die Möglichkeit zu geben, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.

Die Hintergründe dieses Themas sind komplex und reichen von kulturellen Traditionen bis hin zu gesundheitspolitischen Überlegungen. In vielen Gesellschaften wird die Kontrolle über den eigenen Körper immer noch von patriarchalen Strukturen und überlieferten Normen eingeschränkt. Der weltweite Tag der genitalen Selbstbestimmung soll dazu dienen, das Bewusstsein für diese Ungerechtigkeiten zu schärfen und eine Dialogplattform zu schaffen, die Veränderung und Aufklärung fördert

Als Verband medizinischer Fachberufe stehen wir in der Verantwortung, aktiv zur Förderung der genitalen Selbstbestimmung beizutragen, so Nina Krzenciessa, vmf-Landesvorstandsmitglied im Landesverband Mitte-Ost.

Ein kritischer Blick auf unsere Rolle zeigt mehrere Ansatzpunkte:
  1. Aufklärung und Sensibilisierung: Wir können Informationskampagnen starten, die über die Rechte der Patienten aufklären und die Bedeutung informierter Einwilligung betonen. Workshops und Seminare könnten Fachkräfte und die Öffentlichkeit erreichen.
  2. Forschung und Datenbereitstellung: Der Verband könnte Studien initiieren, die das Ausmaß und die Auswirkungen von Eingriffen ohne Einwilligung dokumentieren. Daten sind entscheidend, um evidenzbasierte Veränderungen in der medizinischen Praxis herbeizuführen.
  3. Richtlinienentwicklung: Wir können Empfehlungen für die medizinische Praxis erarbeiten, die die Rechte der Patienten in den Mittelpunkt stellen. Dies könnte auch die Entwicklung von Standards für die Einwilligung und Aufklärung in sensiblen Bereichen umfassen.
  4. Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, die sich für Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit einsetzen, kann unsere Stimme stärken und die Reichweite unserer Initiativen erweitern.
  5. Lobbyarbeit: Schließlich sollten wir uns politisch engagieren und auf gesetzgeberischer Ebene für Veränderungen eintreten, die die genitalen Selbstbestimmungsrechte fördern und schützen.
Insgesamt bietet der weltweite Tag der genitalen Selbstbestimmung eine wertvolle Gelegenheit, um die Diskussion über Körperautonomie zu intensivieren und die Verantwortung zu übernehmen, die wir als medizinische Fachkräfte haben. Es liegt an uns, eine Zukunft zu gestalten, in der jeder Mensch das Recht hat, über seinen eigenen Körper zu entscheiden, fasst Nina Krzenciessa zusammen.

Alle wichtigen Infos zum 7. MAI 2025 – Weltweiter Tag der Genitalen Selbstbestimmung (WWDOGA) – 13 JAHRE “KÖLNER URTEIL” auf der Seite: https://genitale-selbstbestimmung.de/

Eine Stimme für Betroffene auf der Seite MOGiS e.V. : https://mogis.info/

Wer den weltweiten Tag der Genitalen Selbstbestimmung unterstützen oder sich informieren möchte, kann am 03. Mai 2025 nach Köln kommen. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Rudolfplatz, ab 16 Uhr beginnt die zentrale Kundgebung am Roncalliplatz. Die Veranstaltung kann auch per Livestream verfolgt werden. https://genitale-selbstbestimmung.de/

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