26.6.2026 | Fachinformation

Hitze

Die Temperaturen erreichen gerade Höchstwerte und damit steigt auch die Gefahr für Hitzeerkrankungen. Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzekollaps sind nicht zu unterschätzen.

Ein Hitzschlag ist sogar lebensbedrohlich: Die Kühlfunktion des Körpers versagt und die Schweißproduktion versiegt. Symptome sind eine trockene, gerötete und heiße Haut, und im Endstadium Bewusstlosigkeit. Alamieren Sie umgehend den Rettungsdienst und beobachten Sie die betroffene Person.

Auch bei Bewusstseinsstörungen, schwerer Atemnot oder Verwirrtheit, Krampfanfällen, extremer Übelkeit und Erbrechen, sehr hohem oder niedrigem Blutdruck sollte die 112 gewählt werden. Auch dann, wenn die Erste-Hilfe-Maßnahmen innerhalb der ersten Stunde nicht zu Verbesserungen führen.

Bei leichter Erschöpfung oder vorübergehenden Kreislaufbeschwerden, die sich innerhalb einer Stunde bessern, sollte zuerst der Hausarzt oder der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der 116 117 kontaktiert werden.

Deshalb ist es wichtig, auf sich selbst und andere zu achten und schon bei den ersten Symptomen schnell zu handeln.

Folgende Maßnahmen sollten eingeleitet werden:
  • Ruhe bewahren, Stress und körperliche Anstrengung vermeiden
  • Betroffene in eine kühlere, schattige Umgebung bringen
  • Etwas Kühles, z. B. Wasser trinken
  • Wichtig: KEINE eiskalten Getränke!
  • Körper aktiv abkühlen - Kühlende Tücher/Umschläge, Frischluft, ggf. Dusche oder Bäder (auch hier nicht eiskalt)
  • überflüssige Kleidung ablegen
  • Bewusstsein und Atmung überwachen
Hierauf sollte Besonders geachtet werden:
Schwangere und stillende Mütter sollten im Sommer ganz besonders auf sich und ihr ungeborenes Kind Acht geben. Der UV-Selbstschutz der Haut bildet sich erst in den ersten Lebensjahren aus. Meiden Sie sonnige und warme Orte, halten Sie sich in kühler und schattiger Umgebung auf. Säuglinge sollten häufiger gestillt werden und Kindern ab dem 6 Lebensmonat kann zusätzlich Wasser sowie leichte Kost, z.B. Gurken, angeboten werden. Achten Sie auch bei Säuglingen und Babys auf luftige, helle Kleidung. Auch kann die Haut immer wieder durch Wasser (kein eiskaltes Wasser) gekühlt werden. Tragen Sie ihr Kind bei sich und lassen es nicht unbeobachtet.

Auch Kinder sind auf die Betreuung Erwachsener angewiesen. Bei Kindern ist die Regulationsfähigkeit der Körpertemperatur noch nicht voll ausgebildet. Sie schwitzen weniger. Zudem haben Kinder kaum ein Risikobewusstsein für extreme Hitze. Sie gehen zum Beispiel nicht selbstständig aus der Sonne und sollten zum Trinken von ungesüßten Getränken, wie Wasser angehalten werden. Achten Sie also auch hier auf luftige, helle Kleidung und vor allem, dass die Kinder sich im Schatten aufhalten. In der Mittagssonne sollten sie warme Außenbereiche meiden und sich an kühlere Orte begeben. Achten Sie auch darauf, dass ihre Kinder sich nicht zu sehr körperlich bewegen und motivieren Sie sie zu ruhigen Spielen.

Ein besonderes Augenmerk gilt den Menschen über 65 Jahren. Mit steigendem Lebensalter verändern sich der Stoffwechsel und andere Prozesse im Körper. Auch die Regulierung der Körpertemperatur verlangsamt sich. Da ältere Menschen außerdem seltener Durst verspüren, besteht die Gefahr, dass sie dehydrieren und überhitzen. Auch Erkrankungen, wie Herz-Kreislauferkrankungen oder chronische Erkrankungen können eine Anpassung an die höheren Temperaturen erschweren. Barrieren, wie Bettlägerigkeit erhöhen diese zusätzlich.
Wichtig ist es hier, körperlich aktive Phasen, wie Einkaufen, in die Morgenstunden zu verlegen. Oder aber bei Nachbarn, Familie und Freunden, ggf. dem Pflegedienst um Hilfe zu bitten.

Leichte Bettwäsche und Lacken helfen bei Hitzestau. Bei starkem Schwitzen sollte leicht salziges Mineralwasser getrunken werden, um den Salzverlust wieder auszugleichen. Sowie der Verzehr von leichter und salziger Kost.

Tipps bei heißen Temperaturen:
  • Leichte, lockere, luftige Kleidung tragen
  • Aktive Kühlung des Körpers mit Wasser: über die Innenseite der Handgelenke laufen lassen
  • Ventilatoren haben bis zu Temperaturen von ca. 35 Grad eine kühlende Wirkung
  • Ausreichend Pausen in einer möglichst kühlen Umgebung
  • Lüften nur, wenn es draußen kühler ist als in Innenräumen: möglichst in den frühen Abend- oder späten Morgenstunden
  • Fenster schließen und verschatten
  • ausreichend trinken: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder Saftschorlen
  • Leichte Mahlzeiten

Linktipps zum Thema:
Hitzeschutz - Tipps für Beschäftigte | BIÖG - Klima - Mensch - Gesundheit
BAuA - Klima am Arbeitsplatz - Empfehlungen für die Arbeit an heißen Sommertagen - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Hitzeschutz: Schutz der Beschäftigten vor Belastungen durch sommerliche Wärme - bgw-online
Hitzeschutz | BIÖG - Klima - Mensch - Gesundheit
DHV-Hitzeschutz-Mutter-A5-WEB-20241014.pdf
Ratgeber für Kitas, Grundschulen und Eltern: Hitze, UV-Strahlung, Luftschadstoffe, Allergene, Mücken und Schildzecken
Hitzeschutz | kindergesundheit-info.de
Hitze: Ältere und Pflegebedürftige | gesund.bund.de
Alter_und_Hitze_RBK_BMG.pdf

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