17.7.2026 | Pressemeldung
Das bedeutet im Klartext: Mit Blick auf die demografische Entwicklung und den Fachkräfteengpass erhöhen sich die Arbeitsbelastungen und der Stress für die Medizinischen Fachangestellten (MFA) weiter, aber das Geld für das nötige Personal, das oftmals ohnehin im unteren Gehaltsbereich entlohnt wird, wird gestrichen.
In der Zahnmedizin führt das Gesetz zu mehr Eigenbeteiligung beim Zahnersatz, massivem wirtschaftlichen Druck auf präventionsorientierte Behandlungen wie die Parodontitis-Therapie und zu einem enormen indirekten Druck auf die Personalkosten. Auch wenn die Gehälter Zahnmedizinischer Fachangestellter (ZFA) durch das Gesetz nicht direkt gekürzt werden, entzieht es den Praxen systematisch die Luft zum Atmen und blockiert so jede faire Bezahlung für das Personal.
Bereits im kommenden Jahr sollen 2,7 Milliarden Euro – ansteigend auf bis zu 5 Milliarden Euro 2030 – eingespart werden. Zusammen mit den parallel verordneten Honorarkürzungen in der Psychotherapie steht dieses Gesetz sinnbildlich für die Fehlsteuerung in der Gesundheitspolitik. Wenn die Bundesregierung Mittel kürzt, wird schließlich das Leistungsangebot dem Budget angepasst und so die Versorgung von Millionen Patient*innen gefährdet. Ein finanziell instabiles Gesundheitssystem kann langfristig keine gute Versorgung gewährleisten.
Kürzungen verhindern langfristige Gehaltssteigerungen für MFA und ZFA
Für die Berufe MFA und ZFA im ambulanten Bereich haben diese Pläne existenzbedrohende Folgen, denn den Praxen fehlen so die finanziellen Mittel, die für dringend notwendige Tarifsteigerungen benötigt werden. Dieses Sparpaket sorgt inmitten von Zeiten stetig steigender Lebenshaltungskosten und anhaltender Inflation dafür, dass die Beschäftigten in Arzt- und Zahnarztpraxen trotz voller Leistung im Praxisalltag am Monatsende netto immer weniger in der Tasche haben.
Damit befeuert die Politik den Fachkräftemangel in zwei Berufen, die bereits seit 2019 von der Bundesagentur für Arbeit durchgehend als Engpassberufe bewertet werden. Wenn die Berufe der MFA und ZFA durch mangelnde finanzielle Perspektiven noch weiter an Attraktivität verlieren, ist die logische Konsequenz ein massives Abwandern der Fachkräfte. Zugleich warnen immer mehr Arbeitgeberverbände vor größeren Entlassungswellen in den Praxen.
Solidarität mit der Psychotherapie: MFA sind mit betroffen
Der vmf solidarisiert sich zudem ausdrücklich mit den Protesten aus der Psychotherapie. Die Absenkung der psychotherapeutischen Honorare konnte zwar nach einer Klage der KBV vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg vorläufig gestoppt werden, doch die Bedrohung bleibt bis zur Bestätigung des Urteils im Hauptverfahren bestehen. Wenn dringend notwendige Therapien verspätet beginnen, bedeutet dies für viele Betroffene eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Insbesondere Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen können dadurch in Situationen geraten, in denen sie sich selbst oder andere gefährden. Gleichzeitig steigt die Belastung für Angehörige, das soziale Umfeld und das gesamte Gesundheitssystem weiter an. Zudem betrifft dieser Sparkurs auch die in den psychiatrischen und psychotherapeutischen Praxen angestellten MFA. Sie arbeiten im Praxismanagement unter zunehmendem wirtschaftlichem Druck und müssen am Empfang sowie in Telefonaten den verständlichen Frust der Patient*innen bewältigen.
Prioritäten der Bundesregierung stehen Kopf
Wenn große Konzerne, Banken oder ganze Wirtschaftszweige in Schieflage geraten, spannt die Politik in kürzester Zeit milliardenschwere Rettungsschirme. Auch für den Ausbau der Bundesverwaltung, externe Beraterverträge und stockende Digitalprojekte fließen anscheinend mühelos Millionensummen. Geht es aber um die direkte Versorgung der Menschen, die ein ebenso elementarer Bestandteil unserer Gesellschaft ist, verordnet die Bundesregierung einen harten Sparkurs.
Der vmf fordert daher:
GKV-Spargesetz gefährdet ambulante Versorgung: Bundesregierung spart Praxisteams und Patient*innen kaputt
Anlässlich des Beschlusses über das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz im Bundestag und Bundesrat warnt der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) eindringlich vor potenziell katastrophalen Konsequenzen der geplanten Sparmaßnahmen. Die Bundesregierung bereitet im ambulanten Sektor drastische Honorarkürzungen vor.Das bedeutet im Klartext: Mit Blick auf die demografische Entwicklung und den Fachkräfteengpass erhöhen sich die Arbeitsbelastungen und der Stress für die Medizinischen Fachangestellten (MFA) weiter, aber das Geld für das nötige Personal, das oftmals ohnehin im unteren Gehaltsbereich entlohnt wird, wird gestrichen.
In der Zahnmedizin führt das Gesetz zu mehr Eigenbeteiligung beim Zahnersatz, massivem wirtschaftlichen Druck auf präventionsorientierte Behandlungen wie die Parodontitis-Therapie und zu einem enormen indirekten Druck auf die Personalkosten. Auch wenn die Gehälter Zahnmedizinischer Fachangestellter (ZFA) durch das Gesetz nicht direkt gekürzt werden, entzieht es den Praxen systematisch die Luft zum Atmen und blockiert so jede faire Bezahlung für das Personal.
Bereits im kommenden Jahr sollen 2,7 Milliarden Euro – ansteigend auf bis zu 5 Milliarden Euro 2030 – eingespart werden. Zusammen mit den parallel verordneten Honorarkürzungen in der Psychotherapie steht dieses Gesetz sinnbildlich für die Fehlsteuerung in der Gesundheitspolitik. Wenn die Bundesregierung Mittel kürzt, wird schließlich das Leistungsangebot dem Budget angepasst und so die Versorgung von Millionen Patient*innen gefährdet. Ein finanziell instabiles Gesundheitssystem kann langfristig keine gute Versorgung gewährleisten.
Kürzungen verhindern langfristige Gehaltssteigerungen für MFA und ZFA
Für die Berufe MFA und ZFA im ambulanten Bereich haben diese Pläne existenzbedrohende Folgen, denn den Praxen fehlen so die finanziellen Mittel, die für dringend notwendige Tarifsteigerungen benötigt werden. Dieses Sparpaket sorgt inmitten von Zeiten stetig steigender Lebenshaltungskosten und anhaltender Inflation dafür, dass die Beschäftigten in Arzt- und Zahnarztpraxen trotz voller Leistung im Praxisalltag am Monatsende netto immer weniger in der Tasche haben.
Damit befeuert die Politik den Fachkräftemangel in zwei Berufen, die bereits seit 2019 von der Bundesagentur für Arbeit durchgehend als Engpassberufe bewertet werden. Wenn die Berufe der MFA und ZFA durch mangelnde finanzielle Perspektiven noch weiter an Attraktivität verlieren, ist die logische Konsequenz ein massives Abwandern der Fachkräfte. Zugleich warnen immer mehr Arbeitgeberverbände vor größeren Entlassungswellen in den Praxen.
Solidarität mit der Psychotherapie: MFA sind mit betroffen
Der vmf solidarisiert sich zudem ausdrücklich mit den Protesten aus der Psychotherapie. Die Absenkung der psychotherapeutischen Honorare konnte zwar nach einer Klage der KBV vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg vorläufig gestoppt werden, doch die Bedrohung bleibt bis zur Bestätigung des Urteils im Hauptverfahren bestehen. Wenn dringend notwendige Therapien verspätet beginnen, bedeutet dies für viele Betroffene eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Insbesondere Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen können dadurch in Situationen geraten, in denen sie sich selbst oder andere gefährden. Gleichzeitig steigt die Belastung für Angehörige, das soziale Umfeld und das gesamte Gesundheitssystem weiter an. Zudem betrifft dieser Sparkurs auch die in den psychiatrischen und psychotherapeutischen Praxen angestellten MFA. Sie arbeiten im Praxismanagement unter zunehmendem wirtschaftlichem Druck und müssen am Empfang sowie in Telefonaten den verständlichen Frust der Patient*innen bewältigen.
Prioritäten der Bundesregierung stehen Kopf
Wenn große Konzerne, Banken oder ganze Wirtschaftszweige in Schieflage geraten, spannt die Politik in kürzester Zeit milliardenschwere Rettungsschirme. Auch für den Ausbau der Bundesverwaltung, externe Beraterverträge und stockende Digitalprojekte fließen anscheinend mühelos Millionensummen. Geht es aber um die direkte Versorgung der Menschen, die ein ebenso elementarer Bestandteil unserer Gesellschaft ist, verordnet die Bundesregierung einen harten Sparkurs.
Der vmf fordert daher:
- Berücksichtigung von Tarifsteigerungen bei der Vergütung: Die Krankenkassen müssen die gesetzlichen Leistungen für Praxen so vergüten, dass Tarifsteigerungen für MFA und ZFA mit abgedeckt sind. Die Tarifautonomie darf nicht indirekt durch politische Budgetdeckel ausgehebelt werden, die den Praxen das Geld für ihr Personal entziehen.
- Kein Sparen auf dem Rücken von Engpassberufen: Die Bundesregierung muss anerkennen, dass bei den Berufen MFA und ZFA seit Jahren akute Engpässe existieren, und sie ihr Handeln entsprechend anpassen muss. Die geplanten Kürzungen müssen gestoppt werden, um den Praxen die finanzielle Planungssicherheit für faire Löhne und den Erhalt ihrer Praxisteams zu geben.
- Verlässliche Versorgung sichern: Wir fordern den Erhalt und den Ausbau funktionierender Strukturen und ein Ende der gesundheitspolitischen Fehlsteuerung – von der Hausarzt- über die Zahnarztpraxis bis hin zur Psychotherapie.