Der 8. März ist Internationaler Frauentag

Am 19. März 1911 Jahren fanden die ersten großen Demonstrationen für die Rechte der Frauen statt. Vor 100 Jahren forderten Arbeiterinnen u.a. gleichen Lohn sowie das aktive und passive Wahlrecht. Anlass dazu war ein Beschluss der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz im August in Kopenhagen. Die Initiative kam von der deutschen Sozialistin Clara Zetkin. Die Wurzeln der Frauenrechtsbewegung gehen aber bis ins 19. Jahrhundert zurück. Damals schon demonstrierten und streikten Textilarbeiterinnen in den USA.

Seit 1917 gilt der 8. März als Internationaler Frauentag. Das Wahlrecht haben wir inzwischen erhalten. Auch andere gesetzliche oder tarifliche Regelungen nehmen wir als selbstverständlich hin. Aber ist das richtig? In der alten Bundesrepublik durfte die Frau erst ab 1977 selbst entscheiden, ob sie erwerbstätig sein will. Bis dahin konnten Ehemänner die Arbeitsverträge ihrer Frauen kündigen, wenn sie die „gesetzlich gebotene Pflicht zur Führung des Haushalts nicht ausreichend erfüllt sahen.“

Es lohnt sich, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen – und den Realitäten ins Auge zu schauen. Denn für „gleichen Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ kämpfen wir immer noch. Der Equal Pay Day ist heute dafür das Synonym.

Es kann nicht angehen, dass das Leben einer Frau von Benachteiligung geprägt ist. In der Schule sind sie besser als Jungs, sie erreichen höhere Bildungsabschlüsse. Familienarbeit und Erwerbstätigkeit geht aber immer noch einseitig zu Lasten der Frauen. Die besseren Karrierechancen bleiben den Männern, es sei denn, Frauen strengen sich doppelt an oder/und verzichten im Zweifel auf Kinder. Und selbst in hohen Positionen gibt es keine Garantie dafür, dass ihre Arbeit mit demselben Maß gemessen und entlohnt wird wie für Männer.

Sollten Frauen von heute nicht in gleichem Umfang selbstverständlich und in allen Bereichen der Gesellschaft und Politik mitentscheiden dürfen?
Sollten Frauen und Männer für gleiche oder gleichwertige Arbeit nicht gleich entlohnt werden?
Sollten Frauen nicht nur auf ihre Mutterrolle reduziert werden und Väter als Ernährer der Familie?
Frauenerwerbstätigkeit und / oder Mutterschaft sollte nicht in einer Armutsfalle enden.

Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Jede/r braucht sich nur in den eigenen Reihen umschauen und erkennt, wo es brennt. Warum aber, wenn wir von vielen Missständen wissen, schaffen wir Frauen es nicht, diese ins Positive umzuwandeln? Sind die Frauen des 21. Jahrhunderts weniger kämpferisch als die Frauen von 1911? Wir müssen uns auch heute für die Rechte der Frauen einsetzen. Wer sollte es sonst für uns tun? Von Simone de Beauvoir stammt der Satz „Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen. Sie bekommen nichts.“

Margret Urban
(Aus: pn 3+4/2011, S. 25)

  • 100 Jahre Internationaler Frauentag - Die Geschichte(n) des 8. März. Aus diesem Anlass ist eine Gemeinschaftspublikation von Deutschem Frauenrat, Stiftung Archiv der Deutschen Frauenbewegung und DGB erschienen, die Sie ->hier im Internet finden.
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