10.6.2026 | Fachinformation
Über 100 Organisationen unterstützen unter dem Motto "Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze" die politischen Forderungen des Hitzeaktionstags. Hitze ist das größte klimawandelbedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Jährlich sind tausende hitzebedingte Todesfälle zu beklagen.
Während der Hitzeperioden wird das Gesundheitssystem durch eine erhöhte Krankheitslast, vermehrte Krankenhauseinweisungen und Rettungsdiensteinsätze stärker belastet. Darüber hinaus sind die Menschen in ihrer Produktivität und ihrem Wohlbefinden eingeschränkt.
Um Hitzegefahren zu erkennen und besonders gefährdete Personen entsprechend zu schützen, wurde der Hitzeaktionstag 2023 von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), der Bundesärztekammer, dem AWO Bundesverband, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat, dem GKV-Spitzenverband und der Klima-Allianz Deutschland initiiert.
Zu ausführlichen Infos auf der Aktionsseite: https://hitzeaktionstag.de/mitmachen/
Unsere Referatsleiterin Tiermedizinische Fachangestellte, Katrin Hammermann erinnert im Rahmen des Hitzeaktionstages daran, die Tiere nicht zu vergessen.
"Durch die klimatischen Herausforderungen kann man nicht oft genug darauf aufmerksam machen, worauf man als Tierbesitzer gerade bei hohen Temperaturen achten sollte, damit Mensch und Tier gut durch die heißen Tage kommen", so Katrin Hammermann.
Tipps, wie Tierhalter Vorsorgemaßnahmen treffen und Warnsignale bei ihren Tieren erkennen können, haben wir zusammengefasst:
Hunde können anders als beim Menschen nur sehr eingeschränkt über die Haut schwitzen. Lediglich an den Pfotenballen wird wässriger Schweiß abgesondert. Das ist allerdings nicht ausreichend, um die Körpertemperatur signifikant zu senken. Über die Körpertemperatur können Hunde ihre Körpertemperatur nur regulieren, indem sie Verdunstungskälte erzeugen. Es sollte immer ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen und Spaziergänge sollten immer in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden.
Verstärktes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Apathie, Taumeln oder Krämpfe können Anzeichen eines Hitzschlages sein. Das Tier sollte unverzüglich an einen kühlen, schattigen Ort gebracht und aktiv beispielsweise mit kühlen Lappen gekühlt werden. Da ein Hitzschlag immer ein Notfall ist, sollte eine Tierärztin bzw. ein Tierarzt zur Abklärung aufgesucht werden, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind.
Auch Katzen schwitzen nur an den Pfoten und können ihre Körpertemperatur kaum regulieren. Wichtig ist, neben frischem Trinkwasser, ein kühles Raumklima für die Haustiere zu schaffen, in den frühen Morgenstunden zu lüften, die Räume zu verdunkeln und den Tieren einen kühlen Rückzugsort, wie beispielsweise den Keller anzubieten.
Pferde auf der Koppel brauchen auch immer frisches Wasser und Schattenplätze. Grünfutter wie Gras ist alleine keine ausreichende Wasserquelle, so dass der Wassernachschub sichergestellt und regelmäßig kontrolliert werden muss. Die Tiere sollten auf der Koppel auch Schattenplätze, wie Bäume oder einen Unterstand nutzen können, damit sie nicht überhitzen. Gleiches gilt auch für andere Weidetiere.
Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel werden häufig im Garten gehalten und haben nicht die Möglichkeit, sich in kühle Erdlöcher zurückzuziehen oder in den Schatten zu wechseln, wenn der Käfig in der Sonne steht. Die Gefahr einer lebensgefährlichen Überhitzung ist hier groß und muss vermieden werden. Den Tieren sollte ständig frisches Wasser angeboten werden, Käfige und Freigehege sollten an einen schattigen Ort gestellt werden.
Oftmals werden Tiere, die im Freigehege leben, mit einem Madenbefall in die Tierarztpraxis gebracht. Gerade Tiere, die draußen gehalten werden, sollten regelmäßig auf Madenbefall kontrolliert werden. Verschmutztes Fell sollte gründlich gereinigt und gekürzt werden, denn Fliegen legen in verunreinigtem und kotverklebten Fell im Afterbereich gern ihre Eier ab. Die geschlüpften Maden fressen sich tief in die Haut. Ein Madenbefall (Myiasis) schädigt das Tier massiv und kann zum Tode führen.
Ausführliche Infos zum Thema Tiere und Hitze sind beispielsweise auf der Website des Deutschen Tierschutzbundes e.V.: www.tierschutzbund.de und der Bundestierärztekammer e.V.: www.bundestierärztekammer.de zu finden.
Niemals sollten Kinder und Tiere allein im Auto zurück gelassen werden, da sich das Auto innerhalb weniger Minuten stark aufheizen kann. Schon nach zehn Minuten kann es im geschlossenen Auto gefährlich werden. Die Innentemperatur eines parkenden Autos kann bei einer Außentemperatur von 30 Grad innerhalb einer halben Stunde bereits auf 46 Grad ansteigen. Für Mensch und Tier kann das lebensbedrohlich sein. Auch schon bei einer Außentemperatur von nur 20 Grad ist dieser kritische Wert innerhalb einer Stunde erreicht, wie Forscher aus den USA untersucht haben.
Der ADAC e.V. appelliert an die Autofahrer, niemanden im Fahrzeug zu lassen. Entdeckt man Kind oder Tier im Auto, das in der Sonne abgestellt ist, sollte man handeln und zunächst durch Klopfen an der Scheibe prüfen, ob es den Insassen gut geht. Gibt es Anzeichen für Überhitzung, wie Apathie, starkes Schwitzen oder Hecheln bei einem Hund, sollten Polizei oder Feuerwehr verständigt werden. Das Einschlagen der Scheibe ist nur in einer akuten Notsituation beziehungsweise bei Gefahr für Leib und Leben gerechtfertigt, fasst der ADAC zusammen. Für diesen Fall sollte man sich dringend Zeugen suchen und nach Möglichkeit nochmals die Rettungskräfte über das Vorgehen informieren.
Ausführliche Infos hat der ADAC e.V. auf seiner Website zusammengefasst: www.adac.de
Hitzeaktionstag am 11.06. - Worauf sollte man als Tierbesitzer achten
Am 11. Juni findet der Hitzeaktionstag bereits zum vierten Mal statt und wird im gesamten Bundesgebiet wieder mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen unterstützt.Über 100 Organisationen unterstützen unter dem Motto "Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze" die politischen Forderungen des Hitzeaktionstags. Hitze ist das größte klimawandelbedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Jährlich sind tausende hitzebedingte Todesfälle zu beklagen.
Während der Hitzeperioden wird das Gesundheitssystem durch eine erhöhte Krankheitslast, vermehrte Krankenhauseinweisungen und Rettungsdiensteinsätze stärker belastet. Darüber hinaus sind die Menschen in ihrer Produktivität und ihrem Wohlbefinden eingeschränkt.
Um Hitzegefahren zu erkennen und besonders gefährdete Personen entsprechend zu schützen, wurde der Hitzeaktionstag 2023 von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), der Bundesärztekammer, dem AWO Bundesverband, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat, dem GKV-Spitzenverband und der Klima-Allianz Deutschland initiiert.
Zu ausführlichen Infos auf der Aktionsseite: https://hitzeaktionstag.de/mitmachen/
Unsere Referatsleiterin Tiermedizinische Fachangestellte, Katrin Hammermann erinnert im Rahmen des Hitzeaktionstages daran, die Tiere nicht zu vergessen.
"Durch die klimatischen Herausforderungen kann man nicht oft genug darauf aufmerksam machen, worauf man als Tierbesitzer gerade bei hohen Temperaturen achten sollte, damit Mensch und Tier gut durch die heißen Tage kommen", so Katrin Hammermann.
Tipps, wie Tierhalter Vorsorgemaßnahmen treffen und Warnsignale bei ihren Tieren erkennen können, haben wir zusammengefasst:
Hunde können anders als beim Menschen nur sehr eingeschränkt über die Haut schwitzen. Lediglich an den Pfotenballen wird wässriger Schweiß abgesondert. Das ist allerdings nicht ausreichend, um die Körpertemperatur signifikant zu senken. Über die Körpertemperatur können Hunde ihre Körpertemperatur nur regulieren, indem sie Verdunstungskälte erzeugen. Es sollte immer ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen und Spaziergänge sollten immer in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden.
Verstärktes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Apathie, Taumeln oder Krämpfe können Anzeichen eines Hitzschlages sein. Das Tier sollte unverzüglich an einen kühlen, schattigen Ort gebracht und aktiv beispielsweise mit kühlen Lappen gekühlt werden. Da ein Hitzschlag immer ein Notfall ist, sollte eine Tierärztin bzw. ein Tierarzt zur Abklärung aufgesucht werden, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind.
Auch Katzen schwitzen nur an den Pfoten und können ihre Körpertemperatur kaum regulieren. Wichtig ist, neben frischem Trinkwasser, ein kühles Raumklima für die Haustiere zu schaffen, in den frühen Morgenstunden zu lüften, die Räume zu verdunkeln und den Tieren einen kühlen Rückzugsort, wie beispielsweise den Keller anzubieten.
Pferde auf der Koppel brauchen auch immer frisches Wasser und Schattenplätze. Grünfutter wie Gras ist alleine keine ausreichende Wasserquelle, so dass der Wassernachschub sichergestellt und regelmäßig kontrolliert werden muss. Die Tiere sollten auf der Koppel auch Schattenplätze, wie Bäume oder einen Unterstand nutzen können, damit sie nicht überhitzen. Gleiches gilt auch für andere Weidetiere.
Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel werden häufig im Garten gehalten und haben nicht die Möglichkeit, sich in kühle Erdlöcher zurückzuziehen oder in den Schatten zu wechseln, wenn der Käfig in der Sonne steht. Die Gefahr einer lebensgefährlichen Überhitzung ist hier groß und muss vermieden werden. Den Tieren sollte ständig frisches Wasser angeboten werden, Käfige und Freigehege sollten an einen schattigen Ort gestellt werden.
Oftmals werden Tiere, die im Freigehege leben, mit einem Madenbefall in die Tierarztpraxis gebracht. Gerade Tiere, die draußen gehalten werden, sollten regelmäßig auf Madenbefall kontrolliert werden. Verschmutztes Fell sollte gründlich gereinigt und gekürzt werden, denn Fliegen legen in verunreinigtem und kotverklebten Fell im Afterbereich gern ihre Eier ab. Die geschlüpften Maden fressen sich tief in die Haut. Ein Madenbefall (Myiasis) schädigt das Tier massiv und kann zum Tode führen.
Ausführliche Infos zum Thema Tiere und Hitze sind beispielsweise auf der Website des Deutschen Tierschutzbundes e.V.: www.tierschutzbund.de und der Bundestierärztekammer e.V.: www.bundestierärztekammer.de zu finden.
Niemals sollten Kinder und Tiere allein im Auto zurück gelassen werden, da sich das Auto innerhalb weniger Minuten stark aufheizen kann. Schon nach zehn Minuten kann es im geschlossenen Auto gefährlich werden. Die Innentemperatur eines parkenden Autos kann bei einer Außentemperatur von 30 Grad innerhalb einer halben Stunde bereits auf 46 Grad ansteigen. Für Mensch und Tier kann das lebensbedrohlich sein. Auch schon bei einer Außentemperatur von nur 20 Grad ist dieser kritische Wert innerhalb einer Stunde erreicht, wie Forscher aus den USA untersucht haben.
Der ADAC e.V. appelliert an die Autofahrer, niemanden im Fahrzeug zu lassen. Entdeckt man Kind oder Tier im Auto, das in der Sonne abgestellt ist, sollte man handeln und zunächst durch Klopfen an der Scheibe prüfen, ob es den Insassen gut geht. Gibt es Anzeichen für Überhitzung, wie Apathie, starkes Schwitzen oder Hecheln bei einem Hund, sollten Polizei oder Feuerwehr verständigt werden. Das Einschlagen der Scheibe ist nur in einer akuten Notsituation beziehungsweise bei Gefahr für Leib und Leben gerechtfertigt, fasst der ADAC zusammen. Für diesen Fall sollte man sich dringend Zeugen suchen und nach Möglichkeit nochmals die Rettungskräfte über das Vorgehen informieren.
Ausführliche Infos hat der ADAC e.V. auf seiner Website zusammengefasst: www.adac.de