25.4.2025 | Pressemeldung

MFA: Zu wichtig, um erwähnt zu werden?

Zur Pressemitteilung des GKV-Spitzenverbandes „Versicherte wünschen sich stärkere Einbindung von nicht-ärztlichem Praxispersonal“ erklärt Hannelore König, Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. (vmf):

„Als Interessenvertretung der Medizinischen Fachangestellten (MFA) haben wir die Meldung mit sehr widersprüchlichen Gefühlen zur Kenntnis genommen:

Einerseits zeigen die Umfrageergebnisse sehr deutlich den wichtigen Stellenwert des nicht-ärztlichen Praxispersonals. Denn jede*r vierte Versicherte gab an, im vergangenen Jahr in der Hausarztpraxis betreut worden zu sein, ohne mit dem Arzt oder der Ärztin gesprochen zu haben.

Andererseits fragen wir uns, warum die gesetzliche Krankenversicherung die größte Berufsgruppe des nicht-ärztlichen Praxispersonals in der Meldung nicht benennt. Laut offizieller Statistik von 2023 arbeiteten in Deutschlands Arztpraxen 730.000 Personen, darunter 347.000 Medizinische Fachangestellte, 167.000 Ärztinnen und Ärzte sowie 16.000 Berufsangehörige aus dem Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege. In der Umfrage wurde aber nur gefragt, ob Arztpraxen bei der Behandlung durch eigene Pfleger oder Krankenschwestern unterstützt werden bzw. ob diese Berufsangehörigen eigenständig die Versorgung insbesondere chronischer Patienten und Aufgaben zur Gesundheitsförderung übernehmen sollten.

Dass Medizinische Fachangestellte nicht erwähnt werden, ist entweder ein Zeichen von Unkenntnis oder Geringschätzung. Es sind die Medizinischen Fachangestellten, die nicht nur die angeführten verwaltungstechnischen Arbeiten wie Terminvergabe und medizinische Aufgaben wie Impfungen, Blutabnahmen oder die Informationsvermittlung im persönlichen Gespräch erledigen und damit die Ärztinnen und Ärzte entlasten. Sie führen darüber hinaus unzählige weitere medizinische Aufgaben durch, die in ihrem Berufsbild und ihrer Ausbildungsordnung verankert sind. Je nach Qualifikation reicht die Delegation ärztlicher Leistungen von der Anamnesevorbereitung über die Diagnostik und die Durchführung von Früherkennungsleistungen bis hin zur Betreuung von chronisch erkrankten Menschen sowie zu Hausbesuchen und zur Wundversorgung.

Auf der Basis dieser Ausbildung sind in den vergangenen Jahren zudem neue Fortbildungs- und Studienmöglichkeiten entwickelt worden, die sich immer mehr im Praxisalltag etablieren und den Beruf MFA attraktiver machen. Diese Teamperspektive ist auch der Grund, von Arzt-Patienten-Kontakten auf Praxis-Patienten-Kontakte zu wechseln. Damit würden gleichzeitig die Leistungen der Medizinischen Fachangestellten mehr Wertschätzung erfahren, die auch von Seiten der gesetzlichen Krankenversicherung dringend angezeigt ist.“

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