25.3.2022 | aktuelle Meldung

Was gibt es Neues zum Corona-Sonderbonus?

Im Bundestag wurde am 18. März abschließend über das Infektionsschutzgesetz diskutiert. Zur Abstimmung stand dabei auch ein Antrag der Unionsfraktion zu Corona-Bonuszahlungen für Leistungen der Medizinischen Fachangestellten, Zahnmedizinischen Fachangestellten sowie Beschäftigter im Rettungswesen (Drucksache 20/1014). Dieser wurde zur federführenden Beratung an den Gesundheitsausschuss überwiesen.
  • Neben einer Bonuszahlung enthält der Antrag u. a. die Forderung, "unverzüglich eine flächendeckende Regelung zur vollständigen Refinanzierung von Tarifabschlüssen der Medizinischen Fachangestellten durch die Kostenträger zu beschließen".
Dazu Hannelore König, Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V.: "Im Antrag und in ihrer Rede dazu hat Emmi Zeulner mit Recht darauf verwiesen, dass MFA mit unermüdlichem Einsatz die Betreuung und Versorgung Corona-positiver Patientinnen und Patienten sichergestellt und damit die Krankenhäuser und deren Notaufnahmen entlastet haben. Betont wird ebenso, dass MFA auch in Zukunft im Praxisalltag vielfältig gefordert sein werden. Denn sie besetzen eine Schnittstelle und sind damit tagtäglich verlässliche Ansprechpartner für die Patientinnen und Patienten und unverzichtbar für die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte. Jetzt muss der Gesundheitsausschuss eindeutig Stellung beziehen, wenn er bei der Gestaltung der Zukunft tatsächlich auch das ambulante Gesundheitswesen und die dort beschäftigten mehr als 600.000 Frauen im Blick haben will."

Auch andere Institutionen stehen weiterhin hinter unserer Forderung:

So appelliert der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) an die Politik, auch für die Medizinischen Fachangestellten einen Corona-Bonus vorzusehen: „Es ist schlichtweg unfair, dass Hunderttausende MFA, die die Impfkampagne am Laufen halten, zum wiederholten Male zu kurz kommen. Ohne MFA könnte keine Arztpraxis das leisten, was sie leistet. Ohne sie wären die bislang über 84 Millionen Corona-Impfungen allein in den Praxen gar nicht möglich gewesen – ganz abgesehen von der regulären Versorgung der Patientinnen und Patienten, die tagaus, tagein zu bewältigen ist.“

In einem Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bekundet der KBV-Vorstand seine Solidarität mit der Forderung der MFA: „Wir erachten einen staatlich finanzierten Bonus auch für die MFA für sinnvoll und hoffen, dass der Gesetzgeber hier noch einmal abwägt“, erklärte der KBV-Vorstandsvorsitzende Gassen. „Eine Würdigung des außerordentlichen Engagements in Pandemiezeiten ist überfällig.“

KBV-Vize Hofmeister erinnerte daran, dass die MFA als wesentlicher Teil des ambulanten Schutzwalls die Kliniken vor Überlastungen schütze: „Es geht um eine öffentliche Wertschätzung – auch, aber nicht nur in finanzieller Hinsicht. Ganz besonders die MFA mussten während der Pandemie kommunikative Fehlleistungen der Politik gegenüber Patientinnen und Patienten auffangen und Beschimpfungen sowie Bedrohungen über sich ergehen lassen.“

Der KBV-Vorstand begrüßte den politischen Vorstoß der Unions-Fraktion, die in einem Antrag fordert, dass Praxismitarbeitende ebenfalls einen Bonus aus Bundesmitteln in Höhe „von mindestens 500 Euro“ bekommen sollen.

Die Bundesärztekammer (BÄK) hat den Gesetzgeber aufgefordert, bei der Verteilung der Corona-Prämien auch die Medizinischen Fachangestellten zu berücksichtigen. Grundsätzlich unterstütze die BÄK die Absicht, die besonderen Leistungen des Pflegepersonals in Kliniken und in der Langzeitpflege mit einer Prämie zu würdigen. Gleichwohl arbeiteten alle Beschäftigten im Gesundheitswesen mit großem Engagement und in einer eindrücklichen Gemeinschaftsleistung daran, die Herausforderungen der Corona-Pandemie zu bewältigen. „Gerade die Medizinischen Fachangestellten waren und sind erheblichen Belastungen ausgesetzt. Seit Beginn der Corona-Pandemie vollbringen sie Höchstleistungen in der Patientenversorgung und bei der Impfkampagne“, heißt es in einer Stellungnahme der BÄK zum geplanten Pflegebonusgesetz. Das Signal der Bundesregierung, an einem Bonus ausschließlich für Pflegekräfte festzuhalten, werte die Leistungen anderer Berufsgruppen in der gesundheitlichen Versorgung ab und demotiviere viele Fachkräfte.

"Diese finanzielle Wertschätzung ist längst überfällig" titelt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz ihre Forderung nach einer staatliche Corona-Prämie für MFA. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Praxen stehen nicht nur in Pandemiezeiten stets an vorderster Front. Dieses großartige Engagement muss endlich Eingang in die Vergütungsstrukturen des Gesundheitssystems finden. Dies ist längst überfällig", fordert der Vorsitzende des Vorstands der KV RLP, Dr. Peter Heinz. Sein Stellvertreter, Dr. Andreas Bartels, ergänzt: "Besonders in den zurückliegenden zwei Jahren haben die MFA in den Praxen Herausragendes geleistet und mussten sehr viel aushalten. Sie haben einen großen Anteil daran, dass die Krankenhäuser entlastet werden und sich auf die schwerwiegenden Fälle konzentrieren können." Eine finanzielle Anerkennung des Staates sei das Mindeste, was dieser Berufsgruppe zugestanden werden müsse.

Bereits in der Vertreterversammlung der KV RLP im vergangenen November hatten die Delegierten in einer einstimmig verabschiedeten Resolution als Sofortmaßnahme von der Bundespolitik die einmalige, steuerfreie Auszahlung einer Corona-Prämie in Höhe von 1.500 Euro pro Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter gefordert. Damit sollen die Organisation und Bewältigung der Pandemiefolgen im niedergelassenen Bereich gewürdigt werden.

Volle Solidarität zeigte der Vorstand der KV RLP zudem mit der Aktion "MFA am Limit". Anlässlich des Protesttags am 12. Januar 2022 in Berlin bekräftigte die KV RLP ihre Forderung nach einer staatlichen Corona-Prämie für die Praxisangestellten. "Bei der Auszahlung einer solchen Prämie darf es keine Ungleichbehandlung im Vergleich zu anderen Gesundheitsberufen wie den Pflegekräften geben", bekräftigt Dr. Heinz.

Im aktuellen Video-Blog sagt das Vorstandsmitglied der Ärztegenossenschaft Nord Dr. Klaus Bittmann: "Wir wissen, dass die Pflegekräfte zu Recht einen Bonus bekommen sollen. Aber es hat uns alle empört und sehr beschäftigt, dass (…) die Medizinischen Fachangestellten hierbei keine Berücksichtigung finden.”

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