22.11.2007 | Pressemeldung

2,5 Prozent mehr Gehalt für Medizinische Fachangestellte - Angleichung der Ost-Gehälter an das Westniveau

Ab 1. Januar 2008 steigen die Tarifgehälter der Medizinischen Fachangestellten im Westen um 2,5 Prozent, gleichzeitig entfällt der bisherige Abschlag Ost. Damit beträgt die Erhöhung zwischen Rostock und Suhl 17,25 Prozent. Auf dieses Ergebnis einigten sich die Tarifpartner AAA (Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten) und der Verband medizinischer Fachberufe e.V. am 22. November in Berlin in der dritten Verhandlungsrunde. Die Ausbildungsvergütungen in den östlichen Bundesländern werden ebenfalls auf das Westniveau angehoben, eine allgemeine Steigerung wird es hier aber nicht geben.

Weitere Vereinbarungen betreffen die Altersvorsorge. Alle Beschäftigten, die 18 und mehr Wochenstunden arbeiten sowie Auszubildende nach der Probezeit erhalten ab dem 1. März 2008 einen Arbeitgeberzuschuss von 20 Euro pro Monat. Für Medizinische Fachangestellte mit einer geringeren Wochenarbeitszeit liegt dieser Betrag bei 10 Euro. Darüber hinaus wollen die Arbeitgeber ihre Mitarbeiterinnen bei der Entgeltumwandlung unterstützen und die umgewandelte Summe um 20 Prozent erhöhen.

„Für unseren Verband ist das ein solides Ergebnis, besonders natürlich für die Kolleginnen in den östlichen Bundesländern“, erklärt dazu Margret Urban, Tarifexpertin der Arbeitnehmerinnenvertretung. „Da wir uns auf eine Laufzeit von nur einem Jahr geeinigt haben und die nächsten Verhandlungen im November 2008 beginnen, sehen wir in dem Abschluss auch eine gute Basis für das kommende Jahr. Für die älteren und die fortgebildeten Kolleginnen konnten wir über Änderungen in der Tarifstruktur zusätzliche Steigerungen vereinbaren. Zum einen wurde eine neue Gehaltsstufe für das 30. Berufsjahr eingeführt und zum anderen orientiert sich die Vergütung jetzt direkter an den absolvierten Fortbildungsstunden. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Forderungen der Arbeitgeberseite bleibt es auch bei der Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden.“

Bei allem Positiven weist die stellvertretende Präsidentin aber darauf hin, dass das Gehaltsniveau einer Medizinischen Fachangestellten dennoch weit unter dem einer Sachbearbeiterin in der Krankenkasse oder einer Krankenschwester bleibt. „Eine weitere Anhebung haben vor allem die Krankenkassen bei den Verhandlungen zur Honorierung der Ärzte verhindert. Das ist angesichts der Kompetenzen, die die Medizinischen Fachangestellten durch die neue Ausbildungsordnung und die zahlreichen Fortbildungen erwerben, ungerecht und spiegelt längst nicht den Stellenwert wider, den unsere Berufsgruppe im ambulanten Gesundheitswesen einnimmt“, ergänzt Margret Urban.

Die Erklärungsfrist endet am 7. Dezember 2007

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