5.4.2006 | Pressemeldung

BdA: Gesundheitswesen kein Jobmotor für Arzthelferinnen

Der Berufsverband der Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen e.V. (BdA) widerspricht der Aussage der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Arbeitslosigkeit bei Arzthelferinnen sei nicht gestiegen.


Seit Januar wird vom Bundesgesundheitsministerium in unregelmäßigen Abständen immer wieder darauf verwiesen, dass die Zahl der beschäftigten Arzthelferinnen laut Angaben der Bundesarbeitsagentur von 1999 bis 2004 zugenommen habe.

„Das mag absolut gesehen stimmen“, so die BdA-Präsidentin Sabine Rothe. „Im Detail ergibt sich jedoch folgendes Bild:
  • Zwischen 1999 und 2004 stieg die Zahl der arbeitslosen Arzthelferinnen von 18.373 auf 21.952 und damit um 19,5 Prozent.
  • Im gleichen Zeitraum reduzierte sich die Zahl der Ausbildungsplätze von 16.382 auf 14.872, also um 9,2 Prozent.
  • In Vollzeitstellen umgerechnet verringerte sich die Zahl der beschäftigten Arzthelferinnen von 237.000 auf 227.000 und damit um mehr als vier Prozent.“

Eine Zunahme hat es tatsächlich gegeben, allerdings bei den Teilzeitjobs (um 12,6 Prozent, von 87.000 auf 98.000) und hier vor allem bei den Minijobs. So stellte die Bundesagentur für Arbeit in einer im Oktober 2005 herausgegebenen Veröffentlichung fest: „Besonders dynamisch war die Zunahme der geringfügig Beschäftigten bei den Sprechstundenhelferinnen (+46.600), bei den Sozialarbeitern/Altenpflegern (+26.600) und bei den Krankenschwestern/-pflegern (+20.600). Bei den Sprechstundenhelferinnen kommt mittlerweile auf fünf sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmerinnen eine geringfügige Beschäftigte. Im Jahr 2000 hat das Verhältnis noch bei 8:1 gelegen.“

„Hier von Dynamik zu sprechen, verharmlost diese Entwicklung extrem“, so Sabine Rothe weiter. „Wir stellen vielmehr seit Jahren fest, dass der Beruf der Arzthelferin immer mehr zum Teilzeit- und Minijob degradiert wird. Die Folgen liegen auf der Hand: Die gerade im Umgang mit den Menschen wichtige berufliche Motivation ist nicht mehr vorhanden und immer weniger Schulabgängerinnen werden sich für diesen Beruf entscheiden, weil sie darin keine Perspektive sehen. Die Patienten in den Praxen müssen sich auf wechselnde Ansprechpartnerinnen einstellen. Ein Vertrauensverhältnis zum Praxisteam kann so nicht aufgebaut werden.“

Eine wesentliche Ursache für diese Entwicklung sieht der BdA darin, dass seitens der Politiker permanent Änderungen im Gesundheitswesen vorgenommen oder angekündigt werden, die eine langfristige Planung in den Arztpraxen nicht möglich machen. Sabine Rothe: „Mit Minijobs kann der Arbeitgeber Arzt einfacher wirtschaften.“

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