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Gedanken zum MFA-Tarifabschluss


Auf unseren Facebook-Post zum Tarifabschluss haben wir sehr viele und sehr unterschiedliche Rückmeldungen erhalten und folgende Antwort hinzugefügt:

Liebe MFA, zunächst: vielen Dank für eure rege Diskussion über den Tarifabschluss und vor allem Danke an diejenigen, die sich konstruktiv daran beteiligt haben und beim Warnstreik dabei waren.
Viele Antworten und Argumente sind in den Kommentaren enthalten, aber vielleicht untergegangen. Deshalb möchten wir sie hier zusammenhängend aufführen:
  • Die Angabe plus 7,4 Prozent ist ein Mittel über alle Tarifgruppen, somit über alle Berufsjahre und Tätigkeitsgruppen. Die Gehaltssteigerungen in den unteren Berufsjahren sind im Vergleich zu denen in den oberen Berufsjahren deutlich höher. Das war deshalb notwendig, weil wir den Abstand zum Mindestlohn erhöhen mussten und mit vergleichbaren Berufen im Wettbewerb stehen.
  • Ab dem 17. Berufsjahr lag das Angebot der AAA bei zum Teil 0,1 Prozent. Statt der 4,12 Euro brutto sind es nun mindestens 100 Euro, bzw. zwischen 2,5 und 5,2 Prozent, geworden. Hier hätten wir gern mehr erreicht. Wir haben diesen Kompromiss aber mitgetragen, weil der Sprung in der Gehaltstabelle zwischen dem 16. und dem 17. Berufsjahr bei plus 200 Euro liegt und weil es uns in der Tarifrunde 2020/2021 gelungen ist, zusätzliche Berufsjahrstufen einzuführen. Für die langjährigen Berufsangehörigen waren das damals Steigerungen um ca. 400 Euro.
  • Bei den nächsten Tarifverhandlungen werden - neben fairen und höheren Gehältern für alle MFA - auch die langjährigen MFA im Mittelpunkt stehen. Denn bei einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist es dringend notwendig, weitere Berufsjahrstufen einzuführen (Diese enden im Moment beim 29. Berufsjahr).
  • Ein Hinweis zur Inflationsausgleichsprämie. Sie ist in den errechneten 7,4 Prozent nicht enthalten und die Koppelung in der Grafik mit den Monaten Januar/Februar ist nicht korrekt. Hier bitten wir um Entschuldigung. Bei der Prämie geht es nicht um einen Ausgleich für die Nullrunde, sie dient der Abmilderung der gestiegenen Verbraucherpreise. Auf Einzelfragen zu Teilzeitarbeit, Mutterschutz etc. können wir hier nicht eingehen. Einen Teil beantworten wir in Kürze in FAQ, Mitglieder können sich selbstverständlich an unsere Rechtsabteilung wenden. Dass MFA in Elternzeit nicht von der Prämie profitieren, war von der AAA so gewollt.
  • Unsere Umfragen zeigen, dass in ca. 75 Prozent der Arbeitsverträge mindestens nach Tarif bezahlt wird (davon 15 Prozent sogar übertariflich). Die Teilnehmenden an den Umfragen rekrutieren wir hauptsächlich über Facebook. Wenn durch die Kommentare der Eindruck entsteht, dass das Verhältnis anders ist, dann sicher auch deshalb, weil die Unzufriedenen immer lauter sind.
  • Unabhängig davon kämpfen wir weiterhin dafür, dass der Tarifvertrag als Mindeststandard für alle Arbeitsverhältnisse Anwendung findet.
  • Es gibt auch Kritik zur Laufzeit des Tarifvertrages. Aber: Je länger die Laufzeit, desto geringer fällt die Steigerung aus, weil sie auf die Dauer umgerechnet werden muss. Doppelte Laufzeit bedeutet nicht doppelte Prozentzahl. Ihr wisst ja, dass wir die Situation in den Arztpraxen weder mit der in den Kliniken noch mit den Lokführern oder Fluglotsen vergleichen können. Das Finanzierungssystem der Selbstverwaltung sieht es bis jetzt nicht vor, dass Tarifabschlüsse – wie in den Krankenhäusern – direkt gegenfinanziert werden. Und im Gegensatz zur Bahn gibt es für die Arztpraxen Budgetgrenzen, die erst langsam aufgeweicht werden.
  • Die Schuld für den Abstand zu anderen Berufen im Gesundheitswesen liegt also nicht allein bei den Ärztinnen und Ärzten und auch nicht beim vmf.
  • Unser Warnstreik war medial nicht zu übersehen. Dafür, dass sich beim ersten Mal ca. 2.000 von bundesweit 330.000 MFA in Arztpraxen beteiligt haben, kann sich das Ergebnis sehen lassen. In einem Kleinbetrieb zu streiken, erfordert Mut. Und deshalb sollten wir diesen Erfolg nicht kleinreden. Mehr geht immer – und das sehr bald.
  • Insofern sehen wir das Ergebnis als den Beginn eines Prozesses. Den Druck, den wir auf die Ärzteschaft ausgeübt haben, geben diese an die Politik und die GKV weiter.
  • Wer sich jetzt immer noch über das Ergebnis der Verhandlungen ärgert, hat jederzeit die Möglichkeit sich selbst einzubringen: als neues Mitglied oder als aktives Mitglied in unseren Gremien, gerne auch in der Tarifkommission.

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