25.10.2018 | Fachinformation

Kinder- und Jugendärzte zum Film "Eingeimpft"

Chance zu sachlicher Information verpasst!

Der Film "Eingeimpft", der seit dem 13. September in den Kinos läuft, verpasst die große Chance, dem Publikum durch ausgewogene, wissenschaftlich gesicherte Informationen die Bedeutung des Impfens zu erklären - und das ist schade angesichts der Wichtigkeit des Themas Impfen!" Mit diesen Worten kommentierte Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, den Film "Eingeimpft" von David Sieveking.

Dr. Thomas Fischbach weiter: "Der Film behandelt das Thema der individuellen Impfentscheidung in einer Familie und bedient sich der wissenschaftlichen Erkenntnisse nur anekdotisch, er stellt widersprüchliche Szenen und Meinungen - teilweise auch Fehlinformationen und wissenschaftlich widerlegte Hypothesen - nebeneinander, ohne diese einzuordnen. Zuschauerinnen und Zuschauer bleiben am Ende eher ratlos zurück.
Wir Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte werden nun weiter auf einen Film warten, der laienverständlich und dennoch wissenschaftlich fundiert darstellt,
  • dass Impfungen zu den wichtigsten und wirksamsten Maßnahmen zum Schutz vor schweren Krankheiten wie zum Beispiel Diphtherie, Masern oder Kinderlähmung gehören
  • dass Impfungen seit ihrer Einführung weltweit Millionen von Todesfällen und schweren Erkrankungen mit Folgeschäden verhindert haben
  • dass alle in Deutschland zugelassenen Impfungen durch Experten des Paul-Ehrlich-Instituts und andere Arzneimittelbehörden in der EU eingehend wissenschaftlich und unabhängig geprüft und überwacht werden, vor und nach der Zulassung
  • dass flächendeckende Impfungen auch Menschen schützen, die zum Beispiel wegen Abwehrschwäche nicht geimpft werden können, dass Impfungen also nicht nur Privatsache, sondern Gemeinschaftssache und Ausdruck praktizierter Sozialkompetenz sind.

Ein solcher Film würde auch potenzielle Risiken oder Unannehmlichkeiten nicht verschweigen, die mit dem Impfen verbunden sein können. Er würde sie dem ungleich größeren Risiko lebensbedrohlicher, aber durch Impfungen vermeidbarer Infektion gegenüberstellen und somit Eltern eine informierte und verantwortungsbewusste Entscheidung ermöglichen.

Bis dahin sorgen wir weiter tagtäglich dafür, dass durch Schutzimpfungen die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen, ihre Familien und indirekt auch die ungeimpften Impfskeptiker vor vermeidbaren Infektionskrankheiten geschützt sind."

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