5.5.2015 | Fachinformation

Heute ist Tag der Händehygiene

Händehygienemaßnahmen gehören zu den wichtigsten Infektions­prä­ven­tions­maß­nahmen. Darauf macht das Robert-Koch-Institut am heutigen Internationalen Tag der Händehygiene aufmerksam. Der von der Welt­gesund­heits­orga­nisation 2009 initiierte Tag soll die Aufmerksamkeit des medizinischen Personals besonders auf die Händehygiene lenken. Das Datum 5.5. symbolisiert die fünf Finger jeder Hand.

Verträglichkeit und Sicherheit sind laut RKI dabei wichtige Aspekte der Händehygiene. Im Epidemiologischen Bulletin 18/2015 stehen deshalb Aspekte der Hautverträglichkeit von Händehygienemaßnahmen, des Haut­schutzes und der Hautpflege bei der Händehygiene im Mittelpunkt. Hier ein Auszug:

"In der Realität werden Händewaschung, Händedesinfektion und Schutzhandschuhe in vielfältigen Kombinationen und Abfolgen eingesetzt. Für die Wirksamkeit und die Belastung der Haut ist es dabei wichtig, situationsgerecht die richtige Methode einzusetzen und bestimmte, besonders belastende Handlungen und Abfolgen zu vermeiden. Eine immer wieder zu beobachtende Praxis ist z.B. die (oft flüchtige) Händedesinfektion mit nachfolgender Händewaschung, obwohl die einzige Rechtfertigung für dieses Vorgehen die Händedekontamination von Sporenbildnern wäre. Aus Sicht des Hautschutzes ist dieses Vorgehen kaum an Schädigung zu überbieten, da Hautfette zunächst durch den Alkohol angelöst und dann durch die Waschung fortgespült werden. Über die verheerenden Folgen häufigen Waschens für die Haut wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts berichtet, als man die antimikrobielle Wirkung des Alkohols noch nicht kannte, sondern ihn als entfettendes Supplement vor der Waschung einführte.

Auch das umgekehrte Vorgehen, erst zu Waschen und dann zu desinfizieren, ist kaum günstiger, zumal die Wirkung des Alkohols auf der hyperhydratisierten Haut abgeschwächt ist. Besonders problematisch ist auch, wenn bei Vorschäden auf die Desinfektion aufgrund des Brennens und der daraus fälschlich abgeleiteten Annahme der Irritation verzichtet und nur noch gewaschen wird. Der Satz 'Meine Hände sind schon so kaputt, ich kann nur noch waschen' ist dafür symptomatisch. Tatsächlich verschlechtert sich durch dieses Vorgehen der Zustand der Haut nur noch mehr. Weitere falsche Praktiken betreffen das unnötig lange Tragen von Handschuhen (s. o.), das Anziehen der Handschuhe mit noch feuchten Händen, unnötig langes Waschen und Bürsten der Hände und der Verzicht auf eine Tätigkeitskarenz in hygienesensiblen Bereichen bei bestehenden Infektionen an der Hand."
(Quelle: Epidemiologisches Bulletin Nr. 18 vom 04.05.2015, S. 151)

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