2017  |  2016  |  2015  |  2014  |  2013  |  2012  |  2011  |  2010  |  2009

EPD-Forum gibt Schwerpunktthema "Verdienst im Gesundheitswesen" bekannt

Anlässlich des bundesweiten Tags der Nachhaltigkeit am 4. Juni gab das EPD-Forum, initiiert von den Business and Professional Women (BPW) Germany und gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den Start der Equal-Pay-Day-Kampagne 2013 bekannt.

Schwerpunkt des Aktionstags für gleiche Bezahlung für Frauen und Männer ist die Lohnsituation in den Gesundheitsberufen. Unter dem Motto „Viel Dienst – wenig Verdienst“ geht es darum, nachhaltige Lösungen für einen Berufszweig aufzuzeigen, der in unserer alternden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt, dessen überwiegend weibliche Beschäftigte aber nach wie vor am unteren Rand der Gehaltsstatistiken zu finden sind.

Die schlechtere Bezahlung von frauendominierten Berufen ist eine wesentliche Ursache für den bestehenden statistischen Entgeltunterschied von 23 Prozent. Der „Equal Pay Day“ unterstützt die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, die neben der wirtschaftlichen und ökologischen auch die soziale Nachhaltigkeit stärken will. Partner der Kampagne sind u.a. der Deutsche Hebammenverband, der Verband medizinischer Fachberufe, die Marienhaus GmbH und die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach.

„Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind ein Indiz für soziale Ungerechtigkeit, die den sozialen Zusammenhalt und damit eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung gefährden“, erklärt Henrike von Platen, Präsidentin des BPW Germany, anlässlich des Kampagnenstarts. In der Gesundheitsbranche sind die Verdienstmöglichkeiten für Frauen vergleichsweise schlecht. So verdienen Medizinische Fachangestellte (ehemals Arzthelferinnen) 11,36 Euro und Altenpflegerinnen 14,92 Euro brutto pro Stunde, während Speditionskaufmänner im Durchschnitt 16,79 Euro oder Städtereiniger 14,28 Euro brutto in der Tasche haben (Quelle: DESTATIS – Verdienststrukturerhebung 2006).

„Eine nachhaltige und zukunftsfähige Gesellschaft braucht gleiche Einkommenschancen für Frauen und Männer. Es kann nicht sein, dass typische Frauenberufe beim Verdienst und später bei der Rente das Nachsehen haben“, so von Platen weiter.

Alarmierend ist die finanzielle Situation besonders bei den Hebammen: laut einer aktuellen Untersuchung des IGES Instituts 2 arbeiten 70 % der angestellten Hebammen in Teilzeit bei einem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 15,04 Euro. Um wirtschaftlich über die Runden zu kommen, arbeiten sie meist freiberuflich nebenher: das erklärt den Befund, dass 3/4 aller Hebammen entweder ausschließlich oder zumindest auch freiberuflich auf Honorarbasis arbeiten. Die hohe Prämie für die Berufshaftpflichtversicherung und der enge Honorarrahmen lassen existenzsichernde Einkünfte nicht erwarten. Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder sagt: "Ich nehme die Sorgen der Hebammen sehr ernst. Hebammen leisten eine unverzichtbare Hilfe für junge Eltern und ihre Neugeborenen. Auf diese Hilfe können, dürfen und wollen wir nicht verzichten.“

Selbst im relativ gut bezahlten Arztberuf gibt es geschlechtsspezifische Ungleichheiten: Während unter den Chefärzten vor allem Männer zu finden sind, arbeiten Ärztinnen meist als Stationsärztin und sehen ungünstige Entwicklungsperspektiven entgegen – beim beruflichen Aufstieg ebenso wie beim Einkommen. Hinzu kommt, dass in den besonders gut dotierten Fachrichtungen (wie Radiologie) überwiegend männliche Ärzte zu finden sind, während die Fachrichtungen mit hohem Frauenanteil (Kinderärzte, Gynäkologen) über deutlich schlechtere Honorare verfügen.

Die Ursachen für den Gender Pay Gap sind vielfältig und verstärken sich gegenseitig. Zwei Drittel der statistischen Lohnlücke von durchschnittlich 23 Prozent entstehen laut Destatis unter anderem durch die schlechtere Bewertung und Bezahlung frauendominierter Berufe oder den hohen Anteil von Frauen im Niedriglohnsektor. Darüber hinaus fehlen Frauen in bestimmten Branchen und Berufen und in Führungspositionen. Rund ein Fünftel aller erwerbstätigen Frauen sind bereits Familienernährerinnen und als solche auf ein existenzsicherndes Gehalt und eine angemessene Rente angewiesen.
Interner Bereich

Interner Bereich

für Mitglieder, Aktive und Berufsschullehrer
Passwort vergessen? Zur Registrierung

Info-Center

Info-Center Tel: (0234) 777 28-0
Fax: (0234) 777 28-200
Mo-Do   08.00 - 16.30 Uhr
Fr   08.00 - 14.00 Uhr
Kontaktformular Zur Geschäftsstelle

Rechtsberatung

für Mitglieder des Verbandes

(0234) 777 28-0 Telefonsprechzeiten:
Mo-Mi   11.00 - 15.30 Uhr
Fr   10.00 - 13.00 Uhr
Zur Rechtsabteilung

praxisnah

"praxisnah" ist das Verbandsorgan des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. Es erscheint sechsmal ...Mehr lesen