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EPD 2013 - Landesverband Ost

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Wiesbaden. Der BPW Wiesbaden e.V und das Referat Kommunale Frauenbeauftragte der Landeshauptstadt Wiesbaden organisierten für den 21. März einen Flashmob auf dem Mauritiusplatz, dem wir uns sehr unkompliziert und kurzfristig als Kooperationspartner anschließen konnten.
Geplant als „Improvisation von Instrumenten und Gesang“ stimmten wir gemeinsam mit zahlreichen Frauen und ein paar Männern das Lied „gleicher Lohn für gleiche Arbeit, dafür stehen wir heute hier“ an (Melodie frei nach „Freude schöner Götterfunken“). Ein Blechbläserorchester unterstützte uns tatkräftig und sorgte dafür, dass viele Passanten auf die Aktion aufmerksam wurden. Wir wurden bereits herzlich zu einer Kooperation in 2014 eingeladen.
Bettina Henkel

Dresden. "Wissen Sie, was die Mitarbeiterin ihres Arztes verdient?", mit dieser Frage sprachen wir, das Dresdner Aktionsbündnis für Entgeltgleichheit die Passanten am 21.03. in der Innenstadt an. Die Reaktionen der Patienten waren sehr interessant. Sie reichten von Ignoranz über Interesse bis hin zu großer Betroffenheit, wenn wir die Gehälter von Krankenkassenmitarbeiterinnen und Medizinischen Fachangestellten bezifferten.

Bürger mit Flyern und Gesprächen auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen und die schlechte Bezahlung der Gesundheitsfachberufe hinzuweisen, war ein Teil der EPD-Aktion des Dresdner Aktionsbündnis für Entgeltgleichheit. Sehr anschaulich war ein aufgebauter „Rentenparcours“, mit dem wir den Unterschied zwischen Männer- und Frauenrenten nachgestellt hatten.

Zudem gab es den Start für eine Resolution.
Das Dresdner Aktionsbündnis für Entgeltgleichheit fordert:
  • dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen mit fairen Einkommensperspektiven (entsprechend der Qualifikation) und wertschätzenden, verbesserten Arbeitsbedingungen zu begegnen,
  • existenzsichernde Einkommen,
  • dass Teilzeitarbeit nicht zur Einschränkung beruflicher Perspektiven führen darf,
  • Gleichstellung der Arbeitsleistung in den Gesundheitsberufen mit der in den technischen, kaufmännischen und verwaltenden Berufen in puncto Entlohnung und Qualifizierung,
  • sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ab dem ersten Euro

Die Unterschriftensammlung werden wir fortführen und in den kommenden Wahlkampfzeiten an Politiker übergeben.

Der zweite Teil der Aktion war die Podiumsdiskussion im Dresdner Stadtmuseum "Viel Dienst, wenig Verdienst – Was ist uns die Arbeit der Gesundheitsberufe wert?"
Die BPW-Frauen eröffneten die Veranstaltung.

Den Impulsvortrag erhielt Prof. em. Dr. Peter Richter vom Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie der TU Dresden. Er stellte den Wandel der Anforderungsstrukturen der Gesundheitsberufe da. Der Wandel der Arbeitsanforderungen bei dialogisch-interaktiver Erwerbsarbeit ist einer seiner Arbeits- und Forschungsschwerpunkte. In einer seiner Veröffentlichungen heißt es dazu: "Über eine zunehmende Vermarktung kognitiver Anforderungen hinaus kommt es im Zusammenhang mit der Entwicklung von Informationstechnologien und der Möglichkeit der Formalisierung von Wissen nunmehr verstärkt zu einem Zugriff auf das 'lebendige Wissen' in Form von Empathie, Sprachbeherrschung und Alltagsumgangsformen (Gorz, 2004). Die Folge ist die Vermarktung emotionaler Anforderungen in weiten Bereichen der modernen Dienstleistungsgesellschaft. (Regulierte Tätigkeit und emotionale Regulierung bei dialogisch-interaktiver Erwerbsarbeit; Buruck, Gabriele & Richter, Peter).

Professor Richter referierte über die Belastungs- und Anforderungsfaktoren der Humandienstleistung. Diese Faktoren spielten aber weder bei der Arbeitsgestaltung noch bei der Arbeitsbewertung eine Rolle. Für den Bereich der Altenpflege gebe es mittlerweile gute Forschungsergebnisse. Diese müssten nun genutzt und für die Gestaltung von Arbeitsabläufen berücksichtigt werden. Gleichzeitig verwies Prof Richter darauf, dass diese Informationen natürlich auch für die anderen Gesundheitsberufe genutzt werden müssten bzw. dass auch für sie Forschung und Datenerhebung erfolgen müsse.

In der anschließenden Diskussion, die ich moderiert habe, ging Prof. Dr. Irene Schneider-Böttcher, Präsidentin des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen und Vorsitzende des Sächsischen Frauenrates auf die besonderen Situationen von Frauen in Sachsen ein. Da in Sachsen sehr viele Frauen berufstätig sind, die Gehälter wiederum generell nicht so hoch sind, fällt auch der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen nicht so hoch aus. In ihren Ausführungen machte sie darauf aufmerksam, dass mit der Qualifikation von Frauen auch der Lohnunterschied zu den Männern mit analoger Qualifikation wachse.

Dagmar Neukirch (MdL), gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag ging auf das eigene Rollenverständnis von Frauen ein und ging darauf ein, dass gerade in den Gesundheits- und Sozialberufen Frauen eigene Bedürfnisse hinten anstellten. Es sei aber auch Aufgabe der verantwortlichen Politiker, für solche Rahmenbedingungen zu sorgen, die eine leistungsgerechte Bezahlung der Gesundheitsberufe zulassen.

Alexander Krauß (MdL), sozial- und arbeitsmarktpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, erinnerte Arbeitgeber an ihre Pflichten und erklärte, dass natürlich auch mehr Männer in Gesundheitsberufe hinein müssten. Meine Frage, ob erst durch mehr Männer in unseren Berufen, der Wert unserer Arbeit steigt, ließ er im Raum stehen. Michael Jung, Vorsitzender des Sächsischen Pflegerates ging insbesondere auf die Situation von Pflegenden und deren Forderung nach Akademisierung und einer Pflegekammer ein.

Im Anschluss gab es mit den Gästen und Teilnehmern eine sehr rege Diskussion. Für mich waren in der gesamten Zeit der Vorbereitung, wie auch am Aktionstag selbst die Solidarität und die Unterstützung der anderen Frauenverbände und Institutionen, des Gleichstellungsbüros der Stadt Dresden und der BPW-Frauen beeindruckend.

Ines Driesnack hat sehr die gesamte Vorbereitungszeit sehr aktiv begleitet und auch am Veranstaltungstag zur Ausgestaltung beigetragen. Theresa Noa trotzte der Kälte auf dem Dresdner Altmarkt und kam mit vielen Passanten ins Gespräch. Vielen Dank allen Unterstützerinnen. Die Scherpunktpartnerschaft unseres Verbandes wird in den einzelnen Ländern eine große Nachhaltigkeit haben. Denn es sind viele neue Kontakte entstanden, Netzwerke gefestigt und erweitert worden.
Sabine Ridder

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