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EDP 2017

Passend zum Motto „endlich partnerschaftlich durchstarten“ hat Bundesministerin Manuela Schwesig zusammen mit ihrer schwedischen Amtskollegin, Åsa Regnér, Ministerin für Kinder, Senioren und Gleichstellung, die Kampagne zum 10. Equal Pay Day in Deutschland gestartet.
Ministerin Schwesig betonte, dass die Kampagne zum Equal Pay Day in den vergangenen 10 Jahren das Thema Lohngerechtigkeit in der Öffentlichkeit verankert habe. Wenn es schon die Lohnlücke gebe, dann muss diese auch benannt werden. Frauen und Männer müssten gemeinsam diese Herausforderung annehmen. Chancengleichheit sei nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit sondern stärke die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.

Nach neun Jahren, in denen intensiv den Ursachen der Lohnungleichheit nachgegangen wurde, liegt der Fokus in diesem Jahr auf der Umsetzung der Lohngerechtigkeit.

Zehn wesentliche Ansatzpunkte stehen dabei im Mittelpunkt:

1. Gleichstellung beginnt in unser aller Köpfen
Rollenstereotype bestimmen unser Denken - im Großen wie im Kleinen, ganz direkt oder indirekt. Um Gleichstellung durchsetzen zu können, muss in den Köpfen von Frauen und Männern ein Wandel vollzogen werden. Frauen und Männer müssen in unserem Denken gleichwertig betrachtet werden.

2. Equal Pay braucht Partnerschaftlichkeit
Frauen und Männer wollen gemeinsam ihre Kinder erziehen und gleichermaßen beruflich erfolgreich sein. Junge Familien wollen sich die Familienarbeit gerecht aufteilen. Doch häufig lassen heutige Formen der Arbeit diese Aufteilung der Familienarbeit nur schwerlich zu.

3. Der Wert der Arbeit ist geschlechtsneutral
Die Reparatur eines Autos oder die Produktion technischer Geräte wird höher bewertet als die Arbeit in Erziehung oder Pflege. Frauentypische Berufe, wie die Care - Berufe, sind weiterhin unterbewertet. Eine Aufwertung dieser Berufe heißt nicht nur, die Wahrnehmung des gesellschaftlichen Werts zu erhöhen, sondern auch die Bezahlung von frauendominierten Berufen zu stärken. Der Wert von Arbeit sollte sich nicht mehr an Geschlechterlinien orientieren.

4. Gleichstellung ist auch eine Frage der (Arbeits-)Zeit
Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist häufig eine Frage der Arbeitszeit. Frauen versuchen oft Beruf, Kind(er) und Haushalt miteinander zu kombinieren. Männer arbeiten häufiger über die 40 Stunden pro Woche hinaus und haben zu wenig Zeit für ihre Familie. Studien zeigen, dass
Familien sich flexible Arbeitsmodelle wünschen und gleichzeitig mehr Arbeitszeit für Frauen und weniger für Männer, um die Zeit für Beruf und Kinder gleichmäßig aufteilen zu können.

5. Betreuungsangebote als Schlüssel zu mehr Frauen im Arbeitsmarkt
Arbeitsmarktpolitische Zielsetzungen sind nur zu erreichen, wenn das volle Potential einer Gesellschaft im Arbeitsmarkt genutzt wird. Bisher bleibt vor allem das Potential von Frauen ungenutzt. Ein ganzheitliches Betreuungsangebot schafft Raum für Frauen, sich im Arbeitsmarkt voll entfalten zu können.

6. Transparente Gehälter schaffen Augenhöhe
Wie soll ungerechte Bezahlung in Unternehmen aufgedeckt werden, wenn über Gehälter weiterhin geschwiegen wird? Nur ein offener und transparenter Umgang mit Gehältern schafft Strukturen, in denen Mitarbeitende ihrer Arbeit und Erfahrung nach angemessen bezahlt werden und zugleich die Voraussetzung dafür, gleiche Bezahlung auch juristisch durchzusetzen. Instrumente zur Messung von Lohnungleichheit in Unternehmen, wie z.B. eg-check oder Logib-D, zeigen nicht nur den Gender Pay Gap in Unternehmen, sondern weisen den Weg, die Lohnlücke zu beheben. Oftmals sind sich Unternehmen ihrer Strukturen und den damit verbundenen Lohnunterschieden von Frauen und Männern nicht bewusst.

7. Unternehmenskulturen nachhaltig verändern
Oftmals reichen einzelne Maßnahmen zur Förderung von Frauen nicht aus, um eine für Frauen
durchlässige Unternehmensstruktur zu schaffen. Unternehmen tun daher gut daran, systematisch ihre Strukturen zu überprüfen und einen Kulturwandel anzustoßen. Nur dann kann ein Unternehmensklima geschaffen werden, welches die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sichert und gleiche Perspektiven für Frauen und Männer schafft. Um Erfolge für Arbeitnehmende und Unternehmen zu erzielen, bedarf es einer ganzheitlichen Strategie zur Förderung der Vereinbarkeit, mit der Personal auf der Basis von Wissen und Können eingestellt, nachhaltig geführt und gefördet wird.

8. Flexible Arbeitsmodelle stärken Familien
Familien wünschen sich flexible Arbeitsmodelle, um Arbeit und Familienpflichten besser miteinander vereinbaren zu können. Bisher ist die traditionelle Aufteilung von Teil- und Vollzeitarbeit weit verbreitet. Um tradierte Muster aufzubrechen, ist eine Debatte zur Aufteilung von Arbeitszeit notwendig. Dazu zählt auch die Diskussion um Arbeitszeiten, Aufstieg und Führungsverantwortung in Teilzeit, Jobsharing, Chancen und Herausforderungen von mobilem Arbeiten sowie weiteren innovativen Arbeitsmodellen.

9. Die Chancen der Digitalisierung nutzen und den Risiken begegnen
Die Digitalisierung fordert von Unternehmen grundlegende Veränderungen – auch in der Unternehmenskultur. Dabei werden für Arbeitnehmende wie für Führungskräfte zunehmend Qualitäten wichtig, die in erster Linie weiblich konnotiert sind.

10. Was wir von anderen Ländern lernen können
Der Blick über den Tellerrand lohnt sich – auch beim Thema Equal Pay! Andere Länder haben zwar oftmals ähnliche Herausforderungen im Bereich der Gleichstellung, wie z.B. die Unterbewertung frauentypischer Berufe, fehlende Kinderbetreuung oder mangelnde Durchmischung von Teams, Branchen und Hierarchieebenen im Unternehmen. Doch oftmals haben andere Länder ganz andere Ansätze, diesen Herausforderungen zu begegnen. Diese Strategien und Lösungsansätze können hilfreiche Anhaltspunkte aufzeigen, die eigene Situation zu verbessern.

Handreichung „endlich partnerschaftlich durchstarten“ mit allen weiterfürhrenden Links


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