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Landesverband Ost

Berlin. Die Frauenbeauftragte Ursula Hasecke hatte im Rahmen der diesjährigen Equal-Pay-Day-Kampagne am 15. März zu einer Veranstaltung ins Rathaus Schöneberg-Tempelhof eingeladen. Die spannende Frage lautete: „Verdienen Sie was Sie verdienen? Frauen verdienen mehr!“ Mit einer kleinen (aus erfreulichem Anlass, denn es waren weit mehr TeilnehmerInnen gekommen als erwartet) Verzögerung konnte das Programm starten. Die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler begrüßte die Anwesenden und stellte die Bedeutung dieser wichtigen EPD-Botschaft in den Mittelpunkt ihrer Rede. Dr. Simone Real, Referentin für Frauen- und Familienpolitik im Sozialverband Deutschland e.V., moderierte diesen Abend und führte durch die sich anschließende Diskussion.
  • Lohnfindung – welche Akteure gestalten den Prozess“ wurde von Hannelore Buls (Ver.di) dargestellt, die beispielhaft aufzeigte, wie viel Arbeitgeber im Jahr einsparen, wenn sie Minijobber beschäftigen und auf wie viel Geld der Staat verzichtet. Die Zahlen sind erschreckend hoch!
  • Karin Tondorf, Wissenschaftlerin und Beraterin, die gemeinsam mit Dr. Andrea Jochmann-Döl, ein Prüfungsinstrument - den eg-check - entwickelt hat, gab eine Einführung dazu anhand unterschiedlicher Beispiele, wie Frauen und Männer entlohnt werden, aber auch, wie Frauen prüfen können, ob sie gerecht entlohnt werden.
  • Alexa Wolfstäder (ver.di) brachte Beispiele aus der ver.di Praxis in Bezug auf diskriminierungsfreie Tarifverträge (die es noch immer nicht gibt), Entgeltgleichheit und der Frauengleichstellungspolitik.
  • Unseren Verband habe ich vertreten und praxisnah am Beispiel der MFA aufgezeigt, wie groß die Lücke dann noch einmal innerhalb vergleichbarer Frauenberufe sein kann. Eine Gesundheits- und Krankenpflegerin darf sich über ca. 13% mehr Gehalt freuen. Rechnen wir diese 13% noch zu den allerorts bekannten 23% hinzu, so schlägt die statistische Lohnlücke für uns mit 36% zu Buche. Ob sich mit mehr männlichen Kollegen in unseren Berufen auch eine monetäre Verbesserung erzielen lässt, bleibt abzuwarten.
  • An die Statements schloss sich eine lebhafte Diskussion an, an der sich auch Politikerinnen beteiligten. Man muss kein Prophet sein um vorherzusagen, dass der nächste EPD im Jahr 2013 mit Sicherheit kommen wird. Allen Teilnehmerinnen dieser Veranstaltung waren sich darüber einig, dass Frauen sich viel mehr organisieren und solidarisieren müssen, wenn sich etwas verbessern soll. Die Entgelte der Frauen in Deutschland dürfen nicht weiter zu den Schlusslichtern in Europa zählen.
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    23. März Kundgebung vor dem Brandenburger Tor. Bei strahlend schönem Frühlingswetter fand die EPD-Kundgebung, zu der der Deutsche Frauenrat und der DGB, eingeladen hatten, vor dem Brandenburger Tor statt. Die besten Voraussetzungen für eine rege Beteiligung. Bunte Fahnen und Transparente schmückten den Pariser Platz. Mit Musik und Reden wurden die Demonstranten immer wieder auf die Ungleichheit des Entgeltes für gleiche oder gleichwertige Arbeit angesprochen und die Rednerinnen fanden bei den engagierten ZuhörerInnen viel Zustimmung für ihre Forderungen. Forderungen, die sich in weiten Teilen auch mit unseren Forderungen decken, von der Abschaffung der sozialversicherungsfreien Beschäftigung, über Lohnuntergrenzen bis hin zum Verbandsklagerecht.
    Einigkeit herrscht darüber bei denen, die sich engagieren. Doch wo bleibt die Unterstützung der Frauen, die von all dem, was angeprangert wird, betroffen sind? Warum nehmen immer noch zu wenig Frauen - und ich spreche hier unsere KollegInnen sehr deutlich an, denn vor Ort waren nur sehr wenige zu identifizieren - solche Gelegenheiten wahr, um konkret auf ihre Probleme aufmerksam zu machen? Worauf hoffen Frauen, die zwar betroffen, aber weder sichtbar noch hörbar sind?
    Dass friedliche Demonstrationen etwas bewegen können, wissen wir alle aus unserer jüngsten Vergangenheit. Warum sollte das nicht auch möglich sein, wenn es (allein) um Frauenbedarfe geht? Frau muss es allerdings auch wollen. Deshalb ist diese schon heute der Aufruf für 2013. Frauen, seid hör- und sichtbar. Setzt euch gemeinsam mit uns für gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit ein.
    Margret Urban

    Jena.Am Freitag, dem 23.03.2012, war es wieder soweit. Die Frauenprojekte sowie die Gleichstellungsstelle der Stadt Jena machten auf dem Marktplatz auf die ungleiche Bezahlung von Frauen aufmerksam. Schon am frühen Morgen wurden dazu vor dem Rathaus Stände aufgebaut. Neu war die Idee, rote „Lohntüten“ an die Frauen zu verteilen, die symbolisch das Thema des diesjährigen Equal Pay Days repräsentieren sollten: „Lohnfindung“. Es ergaben sich viele interessante Gespräche mit den Passantinnen und unter anderem die Erkenntnis, dass die Benachteiligung von Frauen beim Lohnausgleich immer noch die Gemüter erhitzt, auch wenn darüber selten offen gesprochen wird.
    Ab 9 Uhr beteiligte sich der Oberbürgermeister der Stadt Jena Dr. Albrecht Schröter an der Verteilaktion und erklärte in einer Rede die Bedeutung des Tages. Um Frauen verstärkt für das Thema Lohnfindung und Gehaltsverhandlung zu sensibilisieren, luden die Gleichstellungsstelle und die Volkshochschule am gleichen Tag gemeinsam zu einem Vortrag mit dem Thema „Gehaltsverhandlungen richtig führen – wie alle gewinnen“ in die Räume der Volkshochschule Jena ein. Am Ende dieses ereignisreichen Tages waren sich alle Beteiligten einig, dass das Problem der Lohnungleicheit zwischen den Geschlechtern nach wie vor nicht genug bekämpft wurde und demzufolge immer noch die Lebenswirklichkeit von Frauen bestimmt.
    Monika Storch

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