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11.11.2010
Mitgliederversammlung 2010 des Deutschen Frauenrates fordert: Minijobs abschaffen!
Die Mitgliederversammlung 2010 des Deutschen Frauenrates fordert die Abschaffung geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse, so genannter Minijobs, und die Einführung einer Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro. Das ist das Fazit eines Positionspapiers, das die Entwicklungen des Arbeitsmarktes und die daraus resultierenden Nachteile für Frauen kritisch analysiert und von der Mitgliederversammlung einstimmig verabschiedet wurde.
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Zum Positionspapier
Im Bereich
Arbeitsmarktpolitik fordert der Deutsche Frauenrat die Bundesregierung ferner auf, die so genannte Bedarfsgemeinschaft im Sozialrecht, insbesondere beim ALG II, abzubauen und durch ein soziales und individualisiertes Sicherungssystem zu ersetzen. Außerdem müsse durch gesetzliche Regelungen ausgeschlossen werden, dass Arbeitgeber/innen zur Vermeidung von Steuern und Sozialbeiträgen dieselbe Tätigkeit in eine ehrenamtliche Tätigkeit (vergütet mit einer Ehrenamtspauschale) und einen erwerbsmäßig ausgeübten Anteil aufspalten könnten.
Im Bereich
Familienrecht lehnt der Deutsche Frauenrat ein automatisches gemeinsames Sorgerecht für nicht miteinander verheiratete Eltern ab. Eine Lösung in sorgerechtlichen Streitfragen müsse folgende Kriterien erfüllen: Wenn keine gemeinsame Sorgeerklärung der Eltern vorläge, solle der Mutter mit Geburt des Kindes zunächst die Alleinsorge zustehen, eine gemeinsame Sorge der Eltern entstehe nur durch übereinstimmend abgegebene Sorgeerklärung oder durch Entscheidung des Familiengerichts.
Im Bereich
Sozialrecht setzt sich der Deutsche Frauenrat für die Erhöhung des Kinderregelsatzes nach dem SGB II auf das Existenzminimum eines Kindes ein. Die Leistung solle insgesamt durch Geldzuwendung und nicht durch Sachzuwendungen erfolgen.
Im Bereich
Gleichstellungspolitik fordert der Deutsche Frauenrat eine Nachbesserung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes zugunsten eingetragener Lebensgemeinschaft. Sie solle mit der Ehe im Beamten- und im Soldatenrecht und in der Hinterbliebenenversorgung gleichgestellt werden. Außerdem unterstützt er die Forderung nach Ergänzung des Gleichheitsartikels (Artikel 3, Abs. §) im Grundgesetz um das Merkmal "sexuelle Identität".
Im Bereich
Friedens- und Sicherheitspolitik verabschiedete die Mitgliederversammlung ein umfassendes Positionspapier. Die darin formulierten Forderungen und Maßnahmen zielen darauf ab, die Umsetzung der Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrats in Deutschland zu verbessern: einerseits durch die Bundeswehr bei der Beteiligung an Friedenssicherungs-Einsätzen der UN oder NATO, andererseits aber auch durch die verstärkte Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Entwicklung und Umsetzung friedens- und sicherheitspolitischer Ziele. Unter anderem wird eine konsequente Durchsetzung des Gender Mainstreamings bei allen Aktivitäten der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der Europäischen Union gefordert.
Die Mitgliederversammlung des Deutschen Frauenrates fand vom 5. bis 7. November in Erkner bei Berlin statt. Dort wurde auch der Vorstand neu gewählt, die bisherige Vorsitzende, Marlies Brouwers, mit großer Mehrheit in ihrem Amt bestätigt.