17.05.2010

CRM Hotline beantwortet Fragen zum Zeckenschutz

Wer seinen Pfingst- oder Sommerurlaub in der Natur plant - beispielsweise mit Wandern, Rad fahren, Campen, Urlaub auf dem Bauernhof, Reiterferien oder einer Kanu-Tour - sollte sich über Zeckenschutz informieren. Das empfiehlt das Centrum für Reisemedizin (CRM).

Auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf wies der wissenschaftliche Leiter des CRM, PD Dr. Tomas Jelinek darauf hin, dass sich viele Geimpfte in falscher Sicherheit glaubten. Oftmals sei der Impfschutz nicht vollständig, weil nicht alle Impfdosen gegeben wurden oder die letzte Impfung zu lange zurückliege.

Reisemediziner empfehlen die vollständige Impfung, da es keine ursächliche Therapie im Falle einer FSME-Erkrankung gibt. Es ist die einzige von Zecken übertragene Erkrankung, gegen die ein Impfschutz zur Verfügung steht. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 313 FSME-Erkrankungen gemeldet und damit acht Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Infektionsgefahr besteht nur regional. Das Robert-Koch-Institut ermittelt jährlich die betroffenen Kreise für Deutschland und weist sie in Karten aus (www.rki.de). "2010 gab es im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderung", so Professor Matthias Niedrig vom RKI. Weiterhin sind Baden-Württemberg und Bayern großflächig betroffen sowie einzelne Kreise in Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. In anderen europäischen Ländern kommen FSME-Viren insbesondere in Österreich, in der Schweiz, in vielen osteuropäischen Ländern, vor allem in den baltischen Staaten, sowie in Finnland und Schweden vor.

Zecken gibt es hingegen weltweit. Neben der FSME können sie noch zahlreiche andere Krankheiten übertragen. Besonders weit verbreitet sind die Erreger der Borreliose. Da diese Infektion meist erst nach längerem Saugen stattfindet, ist es wichtig, Zecken möglichst früh zu entfernen. "Falls sich jedoch an der Einstichstelle ein roter Fleck bildet oder Betroffene grippeähnlich erkranken, sollte man sofort zum Arzt gehen", rät Dr. Jelinek.

Eine frühzeitig erkannte Borreliose kann gut mit Antibiotika behandelt werden. "Repellentien wie DEET und auch Duftstoffe wie Citronella können, wenn sie richtig eingesetzt werden, vor Zecken schützen", so Jelinek. Empfehlenswert sei es zudem, durch Kleidung den Spinnentieren den Angriff zu erschweren und bei Wanderungen lange Hosen zu tragen und die Hosenbeine in Stiefel oder Socken zu stecken.
  • Das CRM veröffentlicht auf seiner Internetseite www.crm.de/zecken umfassende Informationen zum Thema Zecken. Seit dem 17. Mai bietet es außerdem die Möglichkeit, persönlich Fragen zum Zeckenschutz bei Reisen mit einer reisemedizinisch qualifizierten Ärztin zu besprechen. Vier Wochen lang ist montags bis freitags (ausgenommen sind die Feiertage) von 11 Uhr bis 13 Uhr eine Zeckenhotline geschaltet, Telefon: 0211/904 29 22.

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