12.11.2009

DGPPN informiert über Depressionen

Aus aktuellem Anlass hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) folgende Information zu Depressionen herausgegeben:

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich in zahlreichen Beschwerden äußern kann. Eine mindestens zwei Wochen anhaltende gedrückte Stimmung, eine Hemmung von Antrieb und Denken, Interessenverlust sowie vielfältige körperliche Symptome, die von Schlaflosigkeit über Appetitstörungen bis hin zu Schmerzzuständen reichen, können mögliche Anzeichen einer Depression sein. Eine Vielzahl der Betroffenen hegt früher oder später Selbstmordgedanken, zehn bis 15 Prozent aller Patienten mit wiederkehrenden depressiven Phasen sterben durch Suizid. Darauf verweist aus aktuellem Anlass die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde im Vorfeld ihrer Jahrestagung hin, die von Mittwoch, den 25. bis Samstag, den 28. November 2009, im Internationalen Congress Centrum (ICC) in Berlin stattfindet und zu der wieder 8.000 Teilnehmer erwartet werden. Damit ist dieser Kongress inzwischen in Europa die größte wissenschaftlichen Tagung auf dem Gebiet der psychischen Störungen.

Viele der Betroffenen suchen allerdings keinen Arzt auf, sei es aus Unwissenheit, Verdrängung oder aus Schamgefühl. Häufig werden aber auch Depressionen aufgrund ihres vielfältigen Erscheinungsbildes vom Hausarzt nicht erkannt. Es gehört neben medizinischem Fachwissen die psychiatrische Expertise dazu, um eine Depression schnell und sicher zu diagnostizieren. Wird einmal die richtige Diagnose gestellt, ist die Lage alles andere als aussichtslos, so die DGPPN. In den letzten Jahrzehnten hat sich hinsichtlich der Therapie einiges getan und mehr als 80 Prozent der Erkrankten kann dauerhaft und erfolgreich geholfen werden. Deswegen ist es umso wichtiger, dass die Allgemeinbevölkerung für dieses Thema sensibilisiert und aufgeklärt wird: Denn eine Depression kann jeden treffen, unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialem Status.

In Deutschland leiden schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung, d.h. etwa vier Millionen Menschen, aktuell an einer Depression. Pro Jahr erkranken etwa ein bis zwei Personen von 100 neu. Depressive Episoden kommen in jedem Lebensalter vor, der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Nach aktuellen Studien erkranken viele Patienten aber bereits im Alter von 16 bis 20 Jahren erstmals. Die Wahrscheinlichkeit im Laufe des Lebens eine Depression zu entwickeln, beträgt zwischen sieben und 18 Prozent. Frauen sind etwa doppelt so häufig wie Männer betroffen.

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